Dämmung-Amortisation-Rechner 2026
Wann sich eine Dämmung wirtschaftlich rechnet
Zuletzt aktualisiert am 17. Oktober 2026
Grundlage: eigene überschlägige Rechnung, vollständig offengelegt: Energieersparnis = ΔU × Gradtagzahl-Faktor (FGt) × Fläche, also der geringere Wärmeverlust durch das Bauteil über das Heizjahr (W/(m²·K) × kKh/a × m² = kWh/a); Kostenersparnis = Energieersparnis × Energiepreis; Amortisation = (Dämmkosten − Förderung) ÷ jährliche Kostenersparnis. Den Rechenweg mit Ihren Zahlen zeigt der Rechner unter „So wird gerechnet“.
Voreinstellungen: FGt 65 kKh/a (Mittelwert Deutschland, Heizgrenze 15 °C); Gaspreis 0,12 €/kWh; CO₂ je eingesparter Kilowattstunde: Erdgas 0,18139 kg (je Brennwert-kWh) und Heizöl 0,2664 kg (je Heizwert-kWh) nach Anlage 2 EBeV 2030, bei der Wärmepumpe der Strom (Wärme ÷ JAZ 3,4) mit 344 g CO₂/kWh, dem Emissionsfaktor des Strommix 2025 (vom Umweltbundesamt geschätzt, Climate Change 16/2026); BEG/BAFA-Förderung 15 % auf bis zu 30.000 € (mit Sanierungsfahrplan iSFP 20 % nur auf den Kostenanteil über 30.000 €, Nr. 8.4.2 BEG EM). Fläche, U-Werte, FGt und Preise sind frei anpassbar, die Förderung lässt sich abschalten.
Nicht berücksichtigt: regionale Klimaunterschiede über den FGt hinaus, Energiepreissteigerung, Instandhaltungs-Sowieso-Kosten und steuerliche Abschreibung. Keine Energieberatung, Angaben ohne Gewähr.
Amortisationszeit der Dämmung
bis sich die Dämmung über die Energieersparnis bezahlt macht
🧮 So wird gerechnet
ΔU = U-Wert vorher − U-Wert nachher = 1,4 − 0,24 = 1,16 W/(m²·K)
Energieersparnis = ΔU × FGt × Fläche = 1,16 × 65 × 110 = 8.294 kWh/Jahr
Kostenersparnis = kWh × Energiepreis = 8.294 × 0,12 € = 995 €/Jahr
CO₂-Einsparung = 8.294 kWh × 0,18139 kg (Erdgas, Anlage 2 EBeV 2030) = 1.504 kg/Jahr
Investition netto = (Fläche × Preis/m²) − Förderung = (110 × 175 €) − 2.887,50 € = 16.363 €
Amortisation = Investition ÷ Ersparnis/Jahr = 16.363 € ÷ 995 € = 16,4 Jahre
Hinweis: Überschlägige Schätzung über den Wärmeverlust durch das Bauteil (ΔU × FGt × Fläche, Rechenweg oben) – keine Energieberatung. Reale U-Werte, Gradtagzahlen und Kosten sind standort- und objektabhängig; das tatsächliche Sparpotenzial weicht ab. Für die Förderung (BEG/BAFA) und eine energetische Bewertung sollten Sie eine Energie-Effizienz-Expertin oder einen Energie-Effizienz-Experten (Energie-Effizienz-Experten-Liste) hinzuziehen. Fördersätze und Anforderungen des Gebäudemodernisierungsgesetzes können sich ändern (Stand: Förderrichtlinie BEG EM vom 17.08.2026). Alle Angaben ohne Gewähr.
Lohnt sich eine Dämmung? So berechnen Sie die Amortisation
Eine energetische Sanierung kostet schnell fünfstellig – und die wichtigste Frage lautet: Wann rechnet sich die Dämmung? Der Dämmung-Amortisation-Rechner beantwortet das, indem er die jährliche Heizenergie-Einsparung aus der Verbesserung des U-Werts berechnet, daraus die Kostenersparnis ableitet und sie der um die Förderung reduzierten Investition gegenüberstellt. So sehen Sie auf einen Blick, nach wie vielen Jahren sich die Maßnahme bezahlt macht und wie viel Sie über 20 Jahre netto sparen.
Die Formel hinter der Einsparung
Der Rechner rechnet überschlägig mit dem Wärmeverlust durch das Bauteil:
- Energieersparnis (kWh/Jahr) = ΔU × FGt × Fläche
- ΔU = U-Wert vor der Dämmung − U-Wert nach der Dämmung [W/(m²·K)]
- Kostenersparnis (€/Jahr) = Energieersparnis (kWh) × Energiepreis (€/kWh)
- Amortisationszeit (Jahre) = (Dämmkosten − Förderung) ÷ Kostenersparnis pro Jahr
Der Gradtagzahl-Faktor FGt bündelt das Klima: Er gibt an, wie viele Kilo-Kelvinstunden (kKh) pro Jahr beheizt werden müssen. Für Deutschland liegt er im Mittel bei rund 65 kKh/a (Heizgrenze 15 °C, Raumtemperatur 20 °C). Weil die Einheiten sich auflösen – Watt × Kilo-Kelvinstunden je Kelvin ergibt direkt Kilowattstunden – kommt ohne Umweg die jährliche Einsparung in kWh heraus.
Was ist der U-Wert?
Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) in W/(m²·K) beschreibt, wie viel Wärme ein Bauteil verliert: Je kleiner, desto besser gedämmt. Eine ungedämmte Altbau-Wand liegt oft bei 1,2 bis 1,5 W/(m²·K), eine gut gedämmte Fassade erreicht 0,20 bis 0,24. Den U-Wert nach der Sanierung können Sie aus Dämmstoffdicke und Lambda-Wert des Materials abschätzen oder direkt aus den Höchstwerten der Anlage 7 des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG, bis 28.07.2026 GEG; für eine erneuerte Außenwand 0,24 W/(m²·K)) ableiten, die für die Förderung ohnehin eingehalten werden müssen.
Förderung BEG/BAFA 2026
Für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle gibt es über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bei der BAFA 15 % Zuschuss auf bis zu 30.000 € förderfähige Kosten im Jahr (Einfamilienhaus). Den Bonus für einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) von 5 Prozentpunkten gibt es für Anträge ab dem 21.07.2026 nur noch, wenn die Maßnahme mindestens 30.000 € (brutto) kostet – und dann nur für den Kostenanteil über 30.000 € bis zur erhöhten Höchstgrenze von 60.000 € (Nr. 8.3.1 und 8.4.2 BEG EM). Wer mit iSFP 40.000 € investiert, erhält also 15 % auf 30.000 € und 20 % auf 10.000 €, zusammen 6.500 € (ohne iSFP nur 15 % auf 30.000 € = 4.500 €). Voraussetzung ist das Einhalten der technischen Mindestanforderungen und meist die Einbindung einer Energie- Effizienz-Expertin oder eines Energie-Effizienz-Experten. Die Förderung reduziert im Rechner die Investitionssumme und verkürzt damit die Amortisationszeit spürbar.
Welche Dämmung rechnet sich am schnellsten?
Faustregel: Je günstiger die Maßnahme pro Quadratmeter und je größer die U-Wert-Verbesserung, desto schneller die Amortisation. Die oberste Geschossdecke ist oft der günstigste Hebel (teils unter 50 €/m²) und rechnet sich häufig in unter 10 Jahren. Eine Fassadendämmung (WDVS) ist teurer (rund 150–200 €/m²) und braucht meist 12 bis 20 Jahre – lohnt sich aber besonders, wenn die Fassade ohnehin saniert werden muss, weil dann nur die Mehrkosten der Dämmung anzusetzen sind (sogenannte Sowieso-Kosten).
🧱 Richtwerte für Dämmmaßnahmen
Typische U-Werte vor/nach, Kosten und überschlägige Amortisation (FGt 65, Gas 0,12 €/kWh, 15 % Förderung). Werte sind objektabhängige Richtwerte.
| Maßnahme | U vorher → nachher | Kosten/m² | ≈ Amortisation |
|---|---|---|---|
| 🔺 Oberste Geschossdecke | 0,8 → 0,2 | 9–50 € | 5–9 Jahre |
| 🧱 Kellerdecke | 1,0 → 0,3 | 30–60 € | 7–12 Jahre |
| 🏠 Fassade (WDVS) | 1,4 → 0,24 | 150–200 € | 12–20 Jahre |
| 🏚️ Steildach (Aufsparren) | 0,9 → 0,2 | 150–250 € | 15–30 Jahre |
| 🪟 Einblasdämmung Hohlwand | 1,2 → 0,5 | 20–40 € | 4–8 Jahre |
Kosten je m² und Amortisation: Richtwerte (Marktpreise, nicht amtlich), Stand 2026.
📊 Beispielrechnungen
So wirken U-Wert-Verbesserung, Fläche und Kosten zusammen (FGt 65 kKh/a):
Beispiel 1: Fassadendämmung, 110 m², Gas
Beispiel 2: Oberste Geschossdecke, 80 m², Gas
Beispiel 3: Steildach, 120 m², Wärmepumpe
⚠️ Typische Fehler & Sonderfälle
Fehler 1: Volle Dämmkosten ansetzen statt Mehrkosten
Muss die Fassade ohnehin gestrichen oder das Dach neu gedeckt werden, fallen ein Großteil der Kosten (Gerüst, Putz, Eindeckung) sowieso an. Für die Wirtschaftlichkeit zählen nur die energetischen Mehrkosten der Dämmung – die Amortisation ist dann viel kürzer.
Fehler 2: U-Wert falsch einschätzen
Wer den U-Wert vorher zu hoch oder nachher zu niedrig ansetzt, überschätzt die Ersparnis. Entscheidend ist allein das ΔU: Eine Wand von 1,4 auf 0,24 zu bringen spart viel mehr als eine schon mäßig gedämmte Wand von 0,5 auf 0,24.
Fehler 3: Energiepreissteigerung ignorieren
Der Rechner kalkuliert mit konstanten Preisen. Steigen Gas, Öl oder Strom über die Jahre, wächst die Ersparnis – die reale Amortisation ist dann kürzer als angezeigt. Eine konstante Rechnung ist die vorsichtige, konservative Variante.
Sonderfall: Wärmepumpe
Bei einer Wärmepumpe ist der wirksame Wärmepreis der Strompreis geteilt durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) – etwa 0,30 € ÷ 3,4 ≈ 0,089 €/kWh. Der niedrige Wärmepreis macht die Einsparung kleiner und die Amortisation länger als bei Gas oder Öl.
Sonderfall: Förderung und gesetzliche Pflicht
Manche Dämmmaßnahmen sind beim Tausch oder Neubau ohnehin gesetzlich vorgeschrieben (GModG). Förderquoten und Mindestanforderungen ändern sich; prüfen Sie immer den aktuellen Stand bei BAFA/KfW und lassen Sie sich von einer Fachperson beraten.
❓ Häufig gestellte Fragen zur Dämmung
Wann lohnt sich eine Dämmung?
Eine Dämmung lohnt sich, wenn die jährliche Energieersparnis die Investition in überschaubarer Zeit ausgleicht. Günstige Maßnahmen wie die oberste Geschossdecke amortisieren sich oft in 5 bis 9 Jahren, eine Fassadendämmung meist in 12 bis 20 Jahren. Besonders wirtschaftlich ist Dämmen, wenn die Fassade oder das Dach ohnehin saniert werden muss, weil dann nur die Mehrkosten zählen.
Wie berechnet man die Amortisation einer Dämmung?
Die Amortisationszeit ergibt sich aus (Dämmkosten − Förderung) ÷ jährliche Kostenersparnis. Die Ersparnis berechnet man mit ΔU × FGt × Fläche × Energiepreis. Beispiel: Eine Fassade mit ΔU 1,31 und 110 m² spart bei FGt 65 rund 9.367 kWh, also etwa 1.124 € pro Jahr bei Gas. Bei 16.362,50 € Investition nach 15 % Förderung amortisiert sie sich in rund 14,6 Jahren.
Was bedeutet ΔU und der Gradtagzahl-Faktor FGt?
ΔU ist die Verbesserung des Wärmedurchgangskoeffizienten, also U-Wert vorher minus U-Wert nachher in W/(m²·K). Der Gradtagzahl-Faktor FGt beschreibt das Heizklima eines Standorts in Kilo-Kelvinstunden pro Jahr und liegt in Deutschland im Mittel bei rund 65 kKh/a (VDI 3807, Heizgrenze 15 °C). Je größer ΔU und FGt, desto höher die Einsparung.
Wie viel Förderung gibt es für eine Dämmung 2026?
Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gibt es bei der BAFA für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle 15 % Zuschuss auf bis zu 30.000 € förderfähige Kosten im Jahr (Einfamilienhaus). Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) kommen seit dem 21.07.2026 nur noch für den Kostenanteil über 30.000 € 5 Prozentpunkte hinzu (20 %), und nur, wenn die Maßnahme mindestens 30.000 € kostet. Voraussetzung sind die technischen Mindestanforderungen und meist eine Energie-Effizienz-Expertin oder ein Energie-Effizienz-Experte. Fördersätze können sich ändern.
Welche Dämmung rechnet sich am schnellsten?
Am schnellsten amortisieren sich günstige Maßnahmen mit großer Wirkung: die Dämmung der obersten Geschossdecke (teils unter 50 €/m², oft unter 10 Jahre) und die Einblasdämmung zweischaliger Wände. Eine Fassadendämmung kostet mehr pro Quadratmeter und braucht länger, ist aber bei ohnehin fälliger Fassadensanierung sehr wirtschaftlich.
Spielt der Energieträger für die Amortisation eine Rolle?
Ja. Die eingesparten Kilowattstunden sind gleich, aber ihr Wert hängt vom Energiepreis ab. Bei Gas (ca. 0,12 €/kWh) oder Öl (ca. 0,11 €) ist die Ersparnis pro kWh höher als bei einer Wärmepumpe, deren wirksamer Wärmepreis (Strompreis ÷ Jahresarbeitszahl, ca. 0,089 €/kWh) niedriger liegt. Bei Gas und Öl amortisiert sich dieselbe Dämmung daher schneller als bei einer Wärmepumpe.
Lohnt sich die Dämmung vom Dachboden (oberste Geschossdecke)?
Ja – die Dämmung der obersten Geschossdecke zum unbeheizten Dachboden ist in der Regel die wirtschaftlichste Dämm-Maßnahme überhaupt: Bei nur 9–50 €/m² (begehbar teurer als nicht begehbar) und einer U-Wert-Verbesserung von typisch 0,8 auf 0,2 W/(m²K) liegt die Amortisation laut Vergleichstabelle oben (Richtwerte nach Marktpreisen, nicht amtlich, Stand 2026) bei etwa 5–9 Jahren. Sie ist zudem oft in Eigenleistung machbar (Dämmmatten auslegen). Wichtig: Nach § 35 Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bis 28.07.2026 § 47 GEG) besteht für die oberste Geschossdecke über beheizten Räumen ohnehin eine Nachrüstpflicht: Erfüllt sie den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 nicht, muss sie so gedämmt werden, dass ihr U-Wert höchstens 0,24 W/(m²K) beträgt; die Pflicht gilt auch als erfüllt, wenn stattdessen das Dach darüber entsprechend gedämmt ist oder den Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2: 2013-02 genügt. In einem Haus mit höchstens zwei Wohnungen, in dem der Eigentümer am 1. Februar 2002 selbst gewohnt hat, muss erst ein neuer Eigentümer nachrüsten, innerhalb von zwei Jahren nach dem Eigentümerwechsel. Rechnen Sie Ihre Fläche im Rechner oben mit dem Fall „Oberste Geschossdecke“ durch.