Dämmung-Amortisation-Rechner 2026
Wann sich eine Dämmung wirtschaftlich rechnet
Zuletzt aktualisiert am 6. Juni 2026
Grundlage: Methodik der Verbraucherzentrale und VDI 3807 – Energieersparnis = ΔU × Gradtagzahl-Faktor (FGt) × Fläche; Amortisation = (Dämmkosten − Förderung) ÷ jährliche Kostenersparnis
Voreinstellungen: FGt 65 kKh/a (Mittelwert Deutschland, Heizgrenze 15 °C); Gaspreis 0,12 €/kWh; BEG/BAFA-Förderung 15 % (bis 20 % mit Sanierungsfahrplan iSFP). Alle Werte sind frei anpassbar.
Nicht berücksichtigt: regionale Klimaunterschiede über den FGt hinaus, Energiepreissteigerung, Instandhaltungs-Sowieso-Kosten und steuerliche Abschreibung. Keine Energieberatung, Angaben ohne Gewähr.
Open-Source-Projekt
Dieser Rechner ist Open Source. Hilf mit, ihn aktuell und korrekt zu halten.
Amortisationszeit der Dämmung
bis sich die Dämmung über die Energieersparnis bezahlt macht
🧮 So wird gerechnet
ΔU = U-Wert vorher − U-Wert nachher = 1,4 − 0,24 = 1,16 W/(m²·K)
Energieersparnis = ΔU × FGt × Fläche = 1,16 × 65 × 110 = 8.294 kWh/Jahr
Kostenersparnis = kWh × Energiepreis = 8.294 × 0,12 € = 995 €/Jahr
Investition netto = (Fläche × Preis/m²) − Förderung = (110 × 175 €) − 15 % = 16.363 €
Amortisation = Investition ÷ Ersparnis/Jahr = 16.363 € ÷ 995 € = 16,4 Jahre
Hinweis: Überschlägige Schätzung nach der Methodik der Verbraucherzentrale und VDI 3807 (ΔU × FGt × Fläche) – keine Energieberatung. Reale U-Werte, Gradtagzahlen und Kosten sind standort- und objektabhängig; das tatsächliche Sparpotenzial weicht ab. Für die Förderung (BEG/BAFA) und eine energetische Bewertung sollten Sie eine Energie-Effizienz-Expertin oder einen Energie-Effizienz-Experten (Energie-Effizienz-Experten-Liste) hinzuziehen. Fördersätze und GEG-Anforderungen können sich ändern (Stand 2026). Alle Angaben ohne Gewähr.
Lohnt sich eine Dämmung? So berechnen Sie die Amortisation
Eine energetische Sanierung kostet schnell fünfstellig – und die wichtigste Frage lautet: Wann rechnet sich die Dämmung? Der Dämmung-Amortisation-Rechner beantwortet das, indem er die jährliche Heizenergie-Einsparung aus der Verbesserung des U-Werts berechnet, daraus die Kostenersparnis ableitet und sie der um die Förderung reduzierten Investition gegenüberstellt. So sehen Sie auf einen Blick, nach wie vielen Jahren sich die Maßnahme bezahlt macht und wie viel Sie über 20 Jahre netto sparen.
Die Formel hinter der Einsparung
Der Rechner nutzt die anerkannte überschlägige Methodik (Verbraucherzentrale, VDI 3807):
- Energieersparnis (kWh/Jahr) = ΔU × FGt × Fläche
- ΔU = U-Wert vor der Dämmung − U-Wert nach der Dämmung [W/(m²·K)]
- Kostenersparnis (€/Jahr) = Energieersparnis (kWh) × Energiepreis (€/kWh)
- Amortisationszeit (Jahre) = (Dämmkosten − Förderung) ÷ Kostenersparnis pro Jahr
Der Gradtagzahl-Faktor FGt bündelt das Klima: Er gibt an, wie viele Kilo-Kelvinstunden (kKh) pro Jahr beheizt werden müssen. Für Deutschland liegt er im Mittel bei rund 65 kKh/a (Heizgrenze 15 °C, Raumtemperatur 20 °C). Weil die Einheiten sich auflösen – Watt × Kilo-Kelvinstunden je Kelvin ergibt direkt Kilowattstunden – kommt ohne Umweg die jährliche Einsparung in kWh heraus.
Was ist der U-Wert?
Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) in W/(m²·K) beschreibt, wie viel Wärme ein Bauteil verliert: Je kleiner, desto besser gedämmt. Eine ungedämmte Altbau-Wand liegt oft bei 1,2 bis 1,5 W/(m²·K), eine gut gedämmte Fassade erreicht 0,20 bis 0,24. Den U-Wert nach der Sanierung können Sie aus Dämmstoffdicke und Lambda-Wert des Materials abschätzen oder direkt aus den Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) ableiten, das für die Förderung ohnehin eingehalten werden muss.
Förderung BEG/BAFA 2026
Für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle gibt es über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bei der BAFA in der Regel 15 % Zuschuss. Wer die Dämmung im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) umsetzt, erhält 5 Prozentpunkte mehr – also bis zu 20 %. Voraussetzung ist das Einhalten der technischen Mindestanforderungen und meist die Einbindung einer Energie- Effizienz-Expertin oder eines Energie-Effizienz-Experten. Die Förderung reduziert im Rechner die Investitionssumme und verkürzt damit die Amortisationszeit spürbar.
Welche Dämmung rechnet sich am schnellsten?
Faustregel: Je günstiger die Maßnahme pro Quadratmeter und je größer die U-Wert-Verbesserung, desto schneller die Amortisation. Die oberste Geschossdecke ist oft der günstigste Hebel (teils unter 50 €/m²) und rechnet sich häufig in unter 10 Jahren. Eine Fassadendämmung (WDVS) ist teurer (rund 150–200 €/m²) und braucht meist 12 bis 20 Jahre – lohnt sich aber besonders, wenn die Fassade ohnehin saniert werden muss, weil dann nur die Mehrkosten der Dämmung anzusetzen sind (sogenannte Sowieso-Kosten).
🧱 Richtwerte für Dämmmaßnahmen
Typische U-Werte vor/nach, Kosten und überschlägige Amortisation (FGt 65, Gas 0,12 €/kWh, 15 % Förderung). Werte sind objektabhängige Richtwerte.
| Maßnahme | U vorher → nachher | Kosten/m² | ≈ Amortisation |
|---|---|---|---|
| 🔺 Oberste Geschossdecke | 0,8 → 0,2 | 9–50 € | 5–9 Jahre |
| 🧱 Kellerdecke | 1,0 → 0,3 | 30–60 € | 7–12 Jahre |
| 🏠 Fassade (WDVS) | 1,4 → 0,24 | 150–200 € | 12–20 Jahre |
| 🏚️ Steildach (Aufsparren) | 0,9 → 0,2 | 150–250 € | 15–30 Jahre |
| 🪟 Einblasdämmung Hohlwand | 1,2 → 0,5 | 20–40 € | 4–8 Jahre |
Quellen: Verbraucherzentrale, Energie-Fachberater, co2online (Stand 2026).
📊 Beispielrechnungen
So wirken U-Wert-Verbesserung, Fläche und Kosten zusammen (FGt 65 kKh/a):
Beispiel 1: Fassadendämmung, 110 m², Gas
Beispiel 2: Oberste Geschossdecke, 80 m², Gas
Beispiel 3: Steildach, 120 m², Wärmepumpe
⚠️ Typische Fehler & Sonderfälle
Fehler 1: Volle Dämmkosten ansetzen statt Mehrkosten
Muss die Fassade ohnehin gestrichen oder das Dach neu gedeckt werden, fallen ein Großteil der Kosten (Gerüst, Putz, Eindeckung) sowieso an. Für die Wirtschaftlichkeit zählen nur die energetischen Mehrkosten der Dämmung – die Amortisation ist dann viel kürzer.
Fehler 2: U-Wert falsch einschätzen
Wer den U-Wert vorher zu hoch oder nachher zu niedrig ansetzt, überschätzt die Ersparnis. Entscheidend ist allein das ΔU: Eine Wand von 1,4 auf 0,24 zu bringen spart viel mehr als eine schon mäßig gedämmte Wand von 0,5 auf 0,24.
Fehler 3: Energiepreissteigerung ignorieren
Der Rechner kalkuliert mit konstanten Preisen. Steigen Gas, Öl oder Strom über die Jahre, wächst die Ersparnis – die reale Amortisation ist dann kürzer als angezeigt. Eine konstante Rechnung ist die vorsichtige, konservative Variante.
Sonderfall: Wärmepumpe
Bei einer Wärmepumpe ist der wirksame Wärmepreis der Strompreis geteilt durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) – etwa 0,30 € ÷ 3,4 ≈ 0,089 €/kWh. Der niedrige Wärmepreis macht die Einsparung kleiner und die Amortisation länger als bei Gas oder Öl.
Sonderfall: Förderung und GEG-Pflicht
Manche Dämmmaßnahmen sind beim Tausch oder Neubau ohnehin gesetzlich vorgeschrieben (GEG). Förderquoten und Mindestanforderungen ändern sich; prüfen Sie immer den aktuellen Stand bei BAFA/KfW und lassen Sie sich von einer Fachperson beraten.
❓ Häufig gestellte Fragen zur Dämmung
Wann lohnt sich eine Dämmung?
Eine Dämmung lohnt sich, wenn die jährliche Energieersparnis die Investition in überschaubarer Zeit ausgleicht. Günstige Maßnahmen wie die oberste Geschossdecke amortisieren sich oft in 5 bis 9 Jahren, eine Fassadendämmung meist in 12 bis 20 Jahren. Besonders wirtschaftlich ist Dämmen, wenn die Fassade oder das Dach ohnehin saniert werden muss, weil dann nur die Mehrkosten zählen.
Wie berechnet man die Amortisation einer Dämmung?
Die Amortisationszeit ergibt sich aus (Dämmkosten − Förderung) ÷ jährliche Kostenersparnis. Die Ersparnis berechnet man mit ΔU × FGt × Fläche × Energiepreis. Beispiel: Eine Fassade mit ΔU 1,31 und 110 m² spart bei FGt 65 rund 9.367 kWh, also etwa 1.124 € pro Jahr bei Gas. Bei 15.400 € Investition nach Förderung amortisiert sie sich in rund 13,7 Jahren.
Was bedeutet ΔU und der Gradtagzahl-Faktor FGt?
ΔU ist die Verbesserung des Wärmedurchgangskoeffizienten, also U-Wert vorher minus U-Wert nachher in W/(m²·K). Der Gradtagzahl-Faktor FGt beschreibt das Heizklima eines Standorts in Kilo-Kelvinstunden pro Jahr und liegt in Deutschland im Mittel bei rund 65 kKh/a (VDI 3807, Heizgrenze 15 °C). Je größer ΔU und FGt, desto höher die Einsparung.
Wie viel Förderung gibt es für eine Dämmung 2026?
Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gibt es bei der BAFA für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle in der Regel 15 % Zuschuss. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) kommen 5 Prozentpunkte hinzu – also bis zu 20 %. Voraussetzung sind die technischen Mindestanforderungen und meist eine Energie-Effizienz-Expertin oder ein Energie-Effizienz-Experte. Fördersätze können sich ändern.
Welche Dämmung rechnet sich am schnellsten?
Am schnellsten amortisieren sich günstige Maßnahmen mit großer Wirkung: die Dämmung der obersten Geschossdecke (teils unter 50 €/m², oft unter 10 Jahre) und die Einblasdämmung zweischaliger Wände. Eine Fassadendämmung kostet mehr pro Quadratmeter und braucht länger, ist aber bei ohnehin fälliger Fassadensanierung sehr wirtschaftlich.
Spielt der Energieträger für die Amortisation eine Rolle?
Ja. Die eingesparten Kilowattstunden sind gleich, aber ihr Wert hängt vom Energiepreis ab. Bei Gas (ca. 0,12 €/kWh) oder Öl (ca. 0,11 €) ist die Ersparnis pro kWh höher als bei einer Wärmepumpe, deren wirksamer Wärmepreis (Strompreis ÷ Jahresarbeitszahl, ca. 0,089 €/kWh) niedriger liegt. Bei Gas und Öl amortisiert sich dieselbe Dämmung daher schneller als bei einer Wärmepumpe.
