Fußbodenheizung-Rechner 2026
Rohrlänge, Heizkreise & Verlegeabstand berechnen
Zuletzt aktualisiert am 6. Juni 2026
Grundlage: Geometrie- und Materialformel je Raum mit Faustwerten zum Rohrbedarf nach Verlegeabstand (DIN EN 1264 als Auslegungsrahmen): Rohr je m² bei VA 10 cm ≈ 8,8 m, VA 12,5 cm ≈ 6,8 m, VA 15 cm ≈ 5,8 m, VA 20 cm ≈ 4,6 m. Heizkreise = aufgerundet(Gesamtrohr ÷ max. Kreislänge).
Default-Werte: Raumfläche 20 m², Verlegeabstand 15 cm, Verteilerabstand 5 m, maximale Heizkreislänge 100 m (Richtwert für 16-mm-Rohr).
Nicht berücksichtigt: raumweise Heizlast, Vorlauftemperatur, Rohrdurchmesser/Estrichsystem und hydraulischer Abgleich. Faustwert-Überschlag, keine Fachplanung. Angaben ohne Gewähr.
Open-Source-Projekt
Dieser Rechner ist Open Source. Hilf mit, ihn aktuell und korrekt zu halten.
Wohn- und Schlafraum (Standard)
Materialbedarf für diesen Raum
inkl. 20 m Anbindeleitung
🧮 So wird gerechnet
Rohr Heizfläche = Fläche × Rohr je m² (bei VA 15 cm: 5.8 m/m²)
= 20 m² × 5.8 = 116 m
Heizkreise = aufrunden(Rohr ÷ nutzbare Kreislänge) = 2
Anbindeleitung = 2 × 5 m × 2 Kreise = 20 m
Gesamtrohr = 116 m + 20 m = 136 m
Hinweis: Dieser Faustwert-Überschlag dient der Materialplanung und ersetzt keine raumweise Heizlastberechnung und hydraulische Auslegung nach DIN EN 1264 durch einen Fachplaner oder SHK-Betrieb. Maximale Heizkreislänge und der Verlegeabstand-Toleranzwert (1 cm nach DIN EN 1264-4) sind Richtwerte; maßgeblich sind die herstellerspezifischen Systemangaben (Rohrdurchmesser, Estrichsystem). Alle Angaben ohne Gewähr.
Fußbodenheizung berechnen: Rohrlänge und Heizkreise
Mit dem Fußbodenheizung-Rechner ermitteln Sie überschlägig, wie viel Rohr Sie für einen Raum benötigen, wie viele Heizkreise sinnvoll sind und welcher Verlegeabstand passt. Damit planen Sie den Materialeinkauf und können einschätzen, ob ein großer Raum auf mehrere Kreise aufgeteilt werden muss. Wie viel Wärme der Raum tatsächlich braucht, klären Sie ergänzend mit einer Heizlastberechnung – der spezifische Wärmebedarf in Watt je m² ist die Eingangsgröße für die Wahl des Verlegeabstands.
Die Formel
Der Rechner arbeitet mit anerkannten Faustwerten und einer einfachen Geometrieformel:
- Rohr auf der Heizfläche = Raumfläche (m²) × Rohr je m²
- Anbindeleitung = 2 × Abstand zum Verteiler × Anzahl Heizkreise
- Gesamtrohr = Rohr Heizfläche + Anbindeleitung
- Heizkreise = aufgerundet(Gesamtrohr ÷ max. Heizkreislänge)
Der Wert „Rohr je m²“ ergibt sich näherungsweise aus 1 ÷ Verlegeabstand: Bei 15 cm Abstand wären das rechnerisch 1 ÷ 0,15 ≈ 6,67 m/m². Die in der Praxis genutzten Faustwerte (5,8 m/m² bei 15 cm) enthalten einen kleinen Abschlag für die Verlegerichtung und einen Aufschlag für Bögen. Je enger der Verlegeabstand, desto mehr Rohr und desto höher die Heizleistung pro Quadratmeter.
Den richtigen Verlegeabstand wählen
Der Verlegeabstand richtet sich nach dem Wärmebedarf des Raums und der Vorlauftemperatur. Faustregel: Räume mit hohem Bedarf – etwa das Bad oder schlecht gedämmte Altbauten mit 40 bis 80 W/m² – bekommen einen engen Abstand von 10 cm. Wohn- und Schlafräume im Neubau (25 bis 40 W/m²) fahren gut mit 15 cm, sehr gut gedämmte Räume mit niedriger Last reichen mit 20 cm. In Randzonen am Fenster wird der Abstand oft enger gewählt. Nach DIN EN 1264-4 darf der Verlegeabstand um maximal 1 cm vom Auslegungswert abweichen.
Warum mehrere Heizkreise?
Ein Heizkreis sollte eine maximale Länge nicht überschreiten, sonst wird der Druckverlust zu groß und das Wasser kühlt auf dem Weg zu stark ab. Als Faustwert gelten rund 100 m bei einem 16-mm-Rohr und etwa 120 m bei 17-mm-Rohr. Wird die rechnerische Rohrlänge größer, teilt man den Raum auf mehrere Kreise mit möglichst gleicher Länge auf. Jeder Kreis startet und endet am Heizkreisverteiler; für die Strecke dorthin (Vor- und Rücklauf) wird die Anbindeleitung als Zuschlag addiert.
Anbindeleitung nicht vergessen
Die Anbindeleitung ist das Rohrstück vom Heizkreisverteiler bis zur Heizfläche und zurück. Liegt der Verteiler 5 m entfernt, sind das pro Kreis 2 × 5 = 10 m zusätzliches Rohr. Bei mehreren Kreisen summiert sich dieser Anteil spürbar – deshalb berücksichtigt der Rechner ihn separat. Alternativ rechnen manche Quellen mit einem pauschalen Zuschlag von 5 bis 10 % auf die Heizfläche.
Oberflächentemperatur und Komfort
Die DIN EN 1264 begrenzt die mittlere Oberflächentemperatur im Aufenthaltsbereich auf 29 °C, in Randzonen wie dem Bad sind bis zu 35 °C zulässig. Eine Fußbodenheizung arbeitet mit niedriger Vorlauftemperatur und ist deshalb besonders gut mit einer Wärmepumpe kombinierbar. Für die genaue Auslegung – Wärmebedarf, Vorlauftemperatur, hydraulischer Abgleich – ist immer eine Fachplanung nötig.
📏 Rohrbedarf nach Verlegeabstand
Faustwerte für den Rohrbedarf je Quadratmeter Heizfläche (ohne Anbindeleitung). Beispiel-Rohrlänge jeweils für einen 15-m²-Raum.
| Verlegeabstand | Rohr je m² | 15 m² ≈ | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| 10 cm | 8,8 m | 132 m | Bad, Altbau, hohe Last |
| 12,5 cm | 6,8 m | 102 m | Randzonen, Übergang |
| 15 cm | 5,8 m | 87 m | Wohn-/Schlafraum (Standard) |
| 20 cm | 4,6 m | 69 m | gut gedämmter Neubau |
Quellen: Heizsparer, Haustec, Heliogaia (Leistungstabellen nach DIN EN 1264, Stand 2026).
📊 Beispielrechnungen
So wirken sich Fläche, Verlegeabstand und Verteilerabstand aus (max. Heizkreislänge 100 m):
Beispiel 1: Wohnzimmer 20 m², VA 15 cm
Beispiel 2: Bad 8 m², VA 10 cm, Verteiler 4 m
Beispiel 3: Großer Raum 40 m², VA 15 cm, Verteiler 6 m
⚠️ Typische Fehler & Sonderfälle
Fehler 1: Anbindeleitung vergessen
Wer nur die Heizfläche rechnet, kauft zu wenig Rohr. Der Weg vom Verteiler zur Heizfläche und zurück gehört dazu – bei mehreren Kreisen sind das schnell 20 bis 40 Meter zusätzlich.
Fehler 2: Heizkreis zu lang gewählt
Ein einzelner Kreis über 100 m (bei 16-mm-Rohr) führt zu hohem Druckverlust und ungleicher Erwärmung. Große Räume immer auf mehrere, möglichst gleich lange Kreise aufteilen.
Fehler 3: Verlegeabstand pauschal annehmen
Ein zu großer Abstand im Bad führt zu kalten Stellen, ein zu enger Abstand im gut gedämmten Neubau verschenkt Material. Der Abstand sollte aus dem Wärmebedarf in W/m² abgeleitet werden.
Sonderfall: Randzonen am Fenster
Entlang großer Fensterfronten wird der Verlegeabstand oft auf 10 cm verengt, um den höheren Wärmeverlust auszugleichen. Das erhöht den Rohrbedarf in diesem Bereich gegenüber dem Mittel.
Sonderfall: Möblierte Flächen
Unter fest stehenden Einbauten – Küchenzeile, Einbauschrank – wird teils nicht verlegt, da die Wärme dort nicht abgegeben werden kann. Die tatsächlich beheizte Fläche kann also kleiner sein als die Raumfläche.
❓ Häufig gestellte Fragen zur Fußbodenheizung
Wie berechne ich die Rohrlänge einer Fußbodenheizung?
Die Rohrlänge auf der Heizfläche ergibt sich aus Raumfläche × Rohr je m². Der Wert „Rohr je m²“ hängt vom Verlegeabstand ab: 8,8 m bei 10 cm, 5,8 m bei 15 cm und 4,6 m bei 20 cm. Ein 20-m²-Raum mit 15 cm Abstand braucht also 20 × 5,8 = 116 m, zuzüglich der Anbindeleitung zum Verteiler.
Wie viele Heizkreise brauche ich?
Die Anzahl der Heizkreise ergibt sich aus Gesamtrohr ÷ maximale Heizkreislänge, aufgerundet auf die nächste ganze Zahl. Als Faustwert gilt eine maximale Kreislänge von rund 100 m (16-mm-Rohr) bzw. 120 m (17-mm-Rohr). Ein Raum mit 232 m Rohrbedarf braucht damit drei Kreise von etwa gleicher Länge.
Welcher Verlegeabstand ist der richtige?
Der Verlegeabstand richtet sich nach dem Wärmebedarf: Bei hohem Bedarf (Bad, Altbau, 40–80 W/m²) wählt man rund 10 cm, in Wohn- und Schlafräumen im Neubau (25–40 W/m²) etwa 15 cm, bei sehr guter Dämmung 20 cm. Nach DIN EN 1264-4 darf der Abstand maximal 1 cm vom Auslegungswert abweichen.
Wie lang darf ein Heizkreis maximal sein?
Als Faustwert sollte ein Heizkreis rund 100 m bei einem 16-mm-Rohr und etwa 120 m bei 17-mm-Rohr nicht überschreiten. Längere Kreise erzeugen zu hohen Druckverlust, und das Heizwasser kühlt auf dem Weg zu stark ab. Maßgeblich sind die Angaben des Rohrherstellers zum konkreten System.
Was ist die Anbindeleitung?
Die Anbindeleitung ist das Rohrstück vom Heizkreisverteiler bis zur Heizfläche und zurück. Sie wird mit dem doppelten Abstand zum Verteiler je Heizkreis angesetzt: Liegt der Verteiler 5 m entfernt, sind das 2 × 5 = 10 m je Kreis. Bei mehreren Kreisen summiert sich dieser Anteil und sollte beim Materialeinkauf eingeplant werden.
Ersetzt der Rechner eine professionelle Auslegung?
Nein. Der Rechner liefert einen Faustwert-Überschlag für die Material- und Heizkreisplanung. Die verbindliche Auslegung – raumweise Heizlast, Vorlauftemperatur und hydraulischer Abgleich nach DIN EN 1264 – gehört in die Hand eines Fachplaners oder SHK-Betriebs. Maßgeblich sind zudem die herstellerspezifischen Systemangaben.
