Warmwasserbedarf-Rechner 2026
Liter, Energiebedarf und Speichergröße berechnen
Zuletzt aktualisiert am 6. Juni 2026
Grundlage: Physikalische Wärmeformel Q = Liter × 1,163 Wh/(l·K) × Δt (aus c = 4.190 J/(kg·K), Dichte Wasser ≈ 1 kg/l). Speicher-Richtwerte angelehnt an DIN 4708 (Bedarfskennzahl N).
Voreinstellungen: 2 Personen, 45 l/Person/Tag (mittlerer Komfort), Speicher 60 °C, Kaltwasser 10 °C, Energiepreis 12 ct/kWh (Gas), Nutzungsgrad 90 %. Alle Werte sind frei anpassbar.
Nicht berücksichtigt: individuelle Zapfprofile, Zirkulationsverluste im Detail und Spitzenlasten. Die verbindliche Auslegung erfolgt nach DIN 4708 / DIN EN 12831-3 durch Fachbetriebe. Keine Fachplanung, Angaben ohne Gewähr.
Open-Source-Projekt
Dieser Rechner ist Open Source. Hilf mit, ihn aktuell und korrekt zu halten.
🚿 Mittel: normaler Komfort, gelegentlich baden.
Ihr Warmwasserbedarf
bei 2 Personen × 45 l/Tag
🧮 So wird gerechnet
Warmwasser/Tag = Personen × Liter pro Person
= 2 × 45 l = 90 l/Tag
Energie/Tag = Liter × 1,163 Wh/(l·K) × Δt ÷ 1.000 ÷ Nutzungsgrad
= 90 × 1,163 × (60 − 10) ÷ 1.000 ÷ 0,9 = 5,8 kWh/Tag
Energie/Jahr = 5,8 × 365 = 2.122,5 kWh
Kosten/Jahr = 2.122,5 kWh × 0,12 € = 254,70 €
Hinweis: Die Ergebnisse sind Richtwerte aus Faustformeln und ersetzen keine Fachplanung. Die verbindliche Auslegung von Speicher und Heizleistung erfolgt nach DIN 4708 bzw. DIN EN 12831-3 durch einen Fachplaner oder SHK-Betrieb. Aus Hygienegründen sollte Trinkwarmwasser im Speicher mindestens 60 °C erreichen (Legionellenschutz nach DVGW W 551). Alle Angaben ohne Gewähr.
Warmwasserbedarf berechnen: Liter, kWh und Speichergröße
Mit dem Warmwasserbedarf-Rechner ermitteln Sie drei Dinge auf einen Blick: wie viel Warmwasser Ihr Haushalt pro Tag benötigt, wie viel Energie (kWh) die Erwärmung kostet und wie groß ein passender Warmwasserspeicher sein sollte. Anders als der Wasserbedarf-Rechner für den gesamten Wasserverbrauch (kalt und warm in Litern) konzentriert sich dieser Rechner gezielt auf das warme Trinkwasser – also den Anteil, der Energie zum Aufheizen verbraucht und der einen erheblichen Teil der Heizkosten ausmacht.
Wie viel Warmwasser braucht ein Mensch pro Tag?
Als Faustregel gelten – bezogen auf eine Speichertemperatur von 60 °C – etwa 20 bis 70 Liter Warmwasser pro Person und Tag. Ein sparsamer Haushalt mit kurzen Duschen und wassersparenden Armaturen kommt mit rund 20 bis 30 Litern aus, ein durchschnittlicher Haushalt liegt bei 40 bis 50 Litern, und wer häufig badet oder lange heiß duscht, erreicht 50 bis 70 Liter. Der bundesweite Mittelwert wird häufig mit rund 30 bis 45 Litern pro Person und Tag angegeben (Quelle: BauNetz Wissen, Energie-Lexikon).
Die Formel für den Energiebedarf
Der Rechner nutzt die physikalische Wärmeformel zur Erwärmung von Wasser:
- Warmwasser pro Tag (Liter) = Personenzahl × Liter pro Person und Tag
- Energie pro Tag (kWh) = Liter × 1,163 Wh/(l·K) × Δt ÷ 1.000 ÷ Nutzungsgrad
- Energie pro Jahr (kWh) = Energie pro Tag × 365
- Kosten (€/Jahr) = Energie pro Jahr × Energiepreis (€/kWh)
Der Faktor 1,163 Wh pro Liter und Kelvin ergibt sich aus der spezifischen Wärmekapazität von Wasser (c = 4.190 J/(kg·K) ÷ 3.600 = 1,1639 Wh/(kg·K)) und der Dichte von Wasser von rund 1 kg pro Liter. Δt ist die Temperaturdifferenz zwischen kaltem Leitungswasser (etwa 10–12 °C) und der gewünschten Speichertemperatur (typisch 60 °C). Der Nutzungsgrad berücksichtigt Bereitschafts- und Leitungsverluste der Anlage – eine moderne Gas-Therme erreicht rund 85–95 %, ein elektrischer Durchlauferhitzer nahezu 100 %.
Wie groß muss der Warmwasserspeicher sein?
Für die Speichergröße gilt als Faustformel 30 bis 50 Liter pro Person, je nach Komfortanspruch und Haushaltsgröße. Ein Zweipersonenhaushalt mit mittlerem Komfort kommt also auf etwa 80 Liter, eine vierköpfige Familie auf rund 150 bis 200 Liter. Diese Werte sind bewusst großzügig, weil ein Speicher die Spitzenlast (mehrere Personen duschen hintereinander) abpuffern muss. Die professionelle Auslegung erfolgt über die Bedarfskennzahl N nach DIN 4708: N = 1 entspricht einer Einheitswohnung mit 3,5 Personen und einem Tagesbedarf von rund 20,4 kWh. Für eine verbindliche Dimensionierung sollten Sie immer einen Fachbetrieb hinzuziehen.
Warum die Speichertemperatur wichtig ist
Eine höhere Speichertemperatur erhöht den Energiebedarf, ist aber aus Hygienegründen nötig: Damit sich keine Legionellen vermehren, sollte Trinkwarmwasser im Speicher mindestens 60 °C erreichen (DVGW-Arbeitsblatt W 551). Senken Sie diese Temperatur nicht aus reinen Spargründen unter diesen Wert. Sparen lässt sich der Warmwasserverbrauch stattdessen über wassersparende Duschköpfe, kürzere Duschzeiten und das Abschalten der Zirkulationspumpe in Schwachlastzeiten. Wie sich der Energiebedarf auf Ihre gesamte Heizkostenrechnung auswirkt, zeigt der Heizkosten-Rechner.
🚿 Richtwerte: Warmwasserbedarf nach Haushaltsgröße
Tagesbedarf und Energiebedarf bei mittlerem Komfort (45 l/Person/Tag), Erwärmung von 10 °C auf 60 °C, Nutzungsgrad 90 %. Werte sind gerundete Richtwerte.
| Haushalt | Liter/Tag | kWh/Jahr | Speicher |
|---|---|---|---|
| 👤 1 Person | 45 | ca. 1.060 | ca. 40 l |
| 👥 2 Personen | 90 | ca. 2.120 | ca. 80 l |
| 👨👩👧 3 Personen | 135 | ca. 3.190 | ca. 120 l |
| 👨👩👧👦 4 Personen | 180 | ca. 4.250 | ca. 160 l |
| 👨👩👧👦 5 Personen | 225 | ca. 5.310 | ca. 200 l |
Quellen: BauNetz Wissen (Warmwasserbedarf für Wohngebäude, DIN 4708), Energie-Lexikon (Warmwasser).
📊 Beispielrechnungen
So wirken sich Personenzahl, Komfort und Energieträger auf Bedarf und Kosten aus:
Beispiel 1: Paar, mittlerer Komfort, Gas
Beispiel 2: Familie (4 Pers.), hoher Komfort, Gas
Beispiel 3: Single, sparsam, Strom
⚠️ Typische Fehler & Sonderfälle
Fehler 1: Speichertemperatur zu niedrig wählen
Wer die Speichertemperatur unter 60 °C absenkt, spart zwar Energie, riskiert aber die Vermehrung von Legionellen im Trinkwasser. Das DVGW-Arbeitsblatt W 551 empfiehlt mindestens 60 °C am Speicheraustritt. Sparen Sie lieber über Verbrauch und Nutzungsgrad, nicht über die Hygiene-Temperatur.
Fehler 2: Warm- und Kaltwasser verwechseln
Der gesamte Trinkwasserverbrauch liegt bei rund 120–130 Litern pro Person und Tag – davon ist aber nur ein Teil Warmwasser (etwa 20–70 Liter). Nur das warme Wasser muss aufgeheizt werden und kostet Energie. Für den Gesamtverbrauch nutzen Sie den Wasserbedarf-Rechner.
Fehler 3: Verluste der Anlage ignorieren
Ein Speicher kühlt aus, Leitungen und Zirkulationspumpen geben Wärme ab. Diese Bereitschaftsverluste können den realen Energiebedarf um 10–25 % über den reinen Nutzwärmebedarf heben. Tragen Sie deshalb einen realistischen Nutzungsgrad ein – 100 % gibt es in der Praxis kaum.
Sonderfall: Speicher zu klein dimensioniert
Ein zu kleiner Speicher reicht bei mehreren Duschgängen hintereinander nicht aus – das Wasser wird kalt. Die Faustformel 30–50 l/Person bzw. die professionelle Auslegung nach DIN 4708 (Bedarfskennzahl N) puffert solche Spitzenlasten ab. Im Zweifel lieber etwas größer wählen.
Sonderfall: Wärmepumpe statt Gas
Eine Wärmepumpe erzeugt aus 1 kWh Strom mehrere kWh Wärme (Jahresarbeitszahl 2,5–4). Der in diesem Rechner ausgewiesene Energiebedarf ist der Nutzwärmebedarf – die tatsächlich bezogene Strommenge ist bei einer Wärmepumpe entsprechend niedriger. Für die WP-Auslegung siehe den Wärmepumpen-Rechner.
❓ Häufig gestellte Fragen zum Warmwasserbedarf
Wie viel Warmwasser braucht eine Person pro Tag?
Als Richtwert bei 60 °C Speichertemperatur gelten 20 bis 70 Liter Warmwasser pro Person und Tag: sparsam 20–30 Liter, mittlerer Komfort 40–50 Liter und hoher Komfort 50–70 Liter. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei rund 30 bis 45 Litern pro Person und Tag.
Wie berechne ich den Energiebedarf für Warmwasser?
Die Energie pro Tag ergibt sich aus Liter × 1,163 Wh/(l·K) × Temperaturdifferenz ÷ 1.000, geteilt durch den Nutzungsgrad. Für 90 Liter, die von 10 °C auf 60 °C (Δt = 50 K) erwärmt werden, sind das bei 90 % Nutzungsgrad: 90 × 1,163 × 50 ÷ 1.000 ÷ 0,9 ≈ 5,8 kWh pro Tag bzw. rund 2.120 kWh pro Jahr.
Wie groß muss ein Warmwasserspeicher sein?
Als Faustformel gelten 30 bis 50 Liter Speichervolumen pro Person, je nach Komfort. Ein Zweipersonenhaushalt kommt damit auf etwa 80 Liter, eine vierköpfige Familie auf 150 bis 200 Liter. Die verbindliche Auslegung erfolgt über die Bedarfskennzahl N nach DIN 4708 durch einen Fachbetrieb.
Welche Temperatur sollte Warmwasser im Speicher haben?
Aus Hygienegründen sollte Trinkwarmwasser im Speicher mindestens 60 °C erreichen. Das DVGW-Arbeitsblatt W 551 empfiehlt diese Temperatur, um die Vermehrung von Legionellen zu verhindern. Eine Absenkung unter 60 °C nur zum Energiesparen wird daher nicht empfohlen.
Was kostet Warmwasser pro Jahr?
Das hängt von Verbrauch und Energieträger ab. Ein Paar mit mittlerem Komfort (rund 2.120 kWh/Jahr) zahlt bei Gas (12 ct/kWh) etwa 255 € pro Jahr. Mit Strom (ca. 34 ct/kWh) wäre dieselbe Wärmemenge deutlich teurer. Warmwasser macht in vielen Haushalten 12 bis 20 % der gesamten Heizkosten aus.
Worin unterscheiden sich Warmwasserbedarf und Wasserbedarf?
Der gesamte Trinkwasserverbrauch liegt bei etwa 120 bis 130 Litern pro Person und Tag (kalt und warm zusammen). Der Warmwasserbedarf ist nur der erwärmte Teil davon – rund 20 bis 70 Liter pro Person. Nur dieses warme Wasser verursacht Energiekosten zum Aufheizen, und genau darauf zielt dieser Rechner.
