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Entnahmeplan-Rechner 2026

Wie lange reicht Ihr Kapital? Inklusive 4-Prozent-Regel

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Zuletzt aktualisiert am 7. Oktober 2026

Grundlage: Finanzmathematische Standardberechnung des Kapitalverzehrs (monatlich verzinstes Restkapital) sowie die 4-Prozent-Regel nach Bengen (Journal of Financial Planning, 1994) und der Trinity-Studie (Cooley, Hubbard, Walz, AAII Journal, 1998)

Berücksichtigt: Startkapital, erwartete Rendite p. a., monatliche Entnahme, Laufzeit bis zum Kapitalverzehr, „ewige" Entnahme bei ausreichender Verzinsung, Restkapital-Verlauf

Nicht berücksichtigt: Inflation (rechnen Sie ggf. mit der realen Rendite), Steuern, Renditeschwankungen und das Renditereihenfolge-Risiko – der Rechner liefert eine Orientierung, keine Anlageberatung

Ihre Eckdaten

So lange reicht Ihr Kapital

unbegrenzt

Die jährlichen Erträge (25.000 €) decken Ihre Entnahme (24.000 €) vollständig – das Kapital bleibt erhalten oder wächst.

Entnahme pro Monat2.000 €
Entnahme pro Jahr24.000 €
Entnahmequote (Jahr 1)4,8 %

📐 Was die 4-%-Regel erlauben würde

Nach der 4-%-Regel (Bengen 1994, Trinity-Studie 1998) gilt eine Jahresentnahme von 4 % des Startkapitals als Faustwert, der ein Depot über rund 30 Jahre selten aufzehrt:

4-%-Regel

1.667 €

pro Monat (20.000 € / Jahr)

Konservativ (3,5 %)

1.458 €

pro Monat – vorsichtiger Puffer

⚠️Ihre Entnahme liegt über der 4-%-Marke. Das kann gut gehen – erhöht aber das Risiko, dass das Kapital schneller aufgebraucht ist, besonders bei schwachen Börsenjahren zu Beginn.

📉 Restkapital-Verlauf

Entwicklung über die ersten 30 Jahre (Kapital bleibt stabil)

Jahr 1
501.023 €
Jahr 4
504.418 €
Jahr 7
508.361 €
Jahr 10
512.940 €
Jahr 13
518.259 €
Jahr 16
524.437 €
Jahr 19
531.612 €
Jahr 22
539.946 €
Jahr 25
549.626 €
Jahr 28
560.868 €
Jahr 30
569.355 €

ℹ️ Wichtig zu wissen

  • 📈Inflation berücksichtigen: Rechnen Sie eher mit der realen Rendite (Rendite minus ca. 2 % Inflation). 2.000 € sind in 20 Jahren deutlich weniger wert als heute.
  • 🎢Renditereihenfolge-Risiko: Fällt die Börse direkt zu Beginn der Entnahme, kann das Kapital trotz guter Durchschnittsrendite früher aufgebraucht sein.
  • 🧾Steuern: Auf Kursgewinne fällt Abgeltungsteuer an – die Netto-Entnahme ist niedriger als hier dargestellt.
  • 📊Dieser Rechner nutzt eine konstante nominale Entnahme und eine feste Durchschnittsrendite – die Realität schwankt.
⚠️ Keine Anlageberatung: Diese Berechnung dient nur zur Orientierung und ersetzt keine individuelle Finanz- oder Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.

Entnahmeplan berechnen: So lange reicht Ihr Kapital

Ein Entnahmeplan (auch Auszahlplan oder Kapitalverzehr-Plan) beantwortet eine der wichtigsten Fragen rund um Ruhestand und finanzielle Freiheit: Wie lange reicht mein angespartes Vermögen, wenn ich jeden Monat einen festen Betrag entnehme? Anders als beim Sparen wird das Kapital hier nicht aufgebaut, sondern planmäßig abgebaut – während der noch vorhandene Rest weiter verzinst wird.

So funktioniert die Berechnung

Der Rechner simuliert Ihren Entnahmeplan Monat für Monat. In jedem Monat passiert Folgendes:

  • 1. Verzinsung: Das Restkapital wächst um den Monatszins (Rendite p. a. ÷ 12)
  • 2. Entnahme: Anschließend wird Ihre monatliche Entnahme abgezogen
  • 3. Wiederholung: bis das Kapital aufgebraucht ist

Reichen die Erträge dauerhaft aus, um die Entnahme zu decken (Jahreszinsen ≥ Jahresentnahme), wird das Kapital nie aufgebraucht – der Rechner zeigt dann „unbegrenzt". Genau das ist das Prinzip der ewigen Rente.

Die 4-Prozent-Regel

Die wohl bekannteste Faustregel der FIRE-Bewegung („Financial Independence, Retire Early") geht auf William Bengen zurück (Journal of Financial Planning, 1994). Sie besagt: Wer im ersten Jahr 4 % seines Startkapitals entnimmt und den Betrag danach jedes Jahr um die Inflation erhöht, hat über rund 30 Jahre eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Geld reicht. Bei Bengen hielt ein Depot aus je 50 % US-Aktien und mittelfristigen US-Staatsanleihen so in keinem der untersuchten Startjahre ab 1926 kürzer als etwa 35 Jahre. Die Trinity-Studie (Cooley, Hubbard, Walz, AAII Journal, 1998) kam zu ähnlichen Ergebnissen: Über 30 Jahre reichte die inflationsangepasste 4-%-Entnahme bei 50 % Aktien in 95 % und bei 75 % Aktien in 98 % der Zeiträume von 1926 bis 1995.

Umgekehrt formuliert: Für finanzielle Unabhängigkeit benötigen Sie etwa das 25-Fache Ihrer jährlichen Ausgaben als Kapital. Wer 24.000 € pro Jahr (2.000 € im Monat) braucht, kommt rechnerisch auf ein Zielvermögen von 600.000 €.

4 % oder doch konservativer?

Die 4-%-Regel basiert auf historischen US-Marktdaten (S&P 500 und Anleihen) und rechnet ohne Steuern: Bengen ging ausdrücklich von steuerbegünstigten Konten aus, die Trinity-Studie berücksichtigt weder Steuern noch Transaktionskosten. Bengen nannte die 4 % für Ruheständler zwischen 60 und 65 Jahren, die Trinity-Autoren raten Frühruheständlern mit langen Auszahlzeiten zu niedrigeren Entnahmeraten. Mit 3 % reichte das Geld in der Trinity-Studie bei jedem Depot mit mindestens 25 % Aktien in allen 30-Jahres-Zeiträumen. Der Rechner zeigt Ihnen beide Marken – die 4-%- und die konservativere 3,5-%-Entnahme – damit Sie einen Puffer einplanen können.

Warum Inflation alles verändert

2.000 € heute sind in 20 Jahren bei 2 % Inflation nur noch rund 1.346 € wert. Wer die Kaufkraft halten will, sollte die Entnahme über die Jahre erhöhen – oder von vornherein mit der realen Rendite rechnen (Rendite minus Inflation). Tragen Sie also bei einer erwarteten Aktienrendite von 7 % und 2 % Inflation lieber rund 5 % als reale Rendite ein. Wie viel Ihnen im Alter tatsächlich fehlt, zeigt der Rentenlücken-Rechner.

📊 Beispielrechnungen

So wirken sich unterschiedliche Annahmen auf die Laufzeit aus:

Beispiel 1: 500.000 € mit 4 % Entnahme

Startkapital:
500.000 €
Rendite p. a.:
5 %
Entnahme pro Monat:
1.667 € (4 % / Jahr)
Jahreszinsen:
25.000 €
Jahresentnahme:
20.000 €
Ergebnis:
reicht unbegrenzt

Die Erträge (25.000 €) übersteigen die Entnahme (20.000 €) – das Kapital wächst sogar.

Beispiel 2: 300.000 € mit hoher Entnahme

Startkapital:
300.000 €
Rendite p. a.:
4 %
Entnahme pro Monat:
2.000 €
Entnahmequote:
8 % / Jahr
Ergebnis:
rund 17 Jahre

Die hohe Entnahmequote von 8 % zehrt das Kapital trotz Verzinsung in gut 17 Jahren auf.

💡 Tipp: Je niedriger die Entnahmequote im Verhältnis zur Rendite, desto länger reicht das Kapital. Bleibt die Entnahme unter den Erträgen, hält es sogar unbegrenzt.

Finanzielle Freiheit & FIRE: Zielkapital nach der 4-%-/25x-Regel

Finanzielle Freiheit bedeutet, dass Ihr Vermögen genug abwirft, um Ihre Lebenshaltungskosten dauerhaft zu decken – ohne auf ein aktives Erwerbseinkommen angewiesen zu sein. Genau hier setzt die FIRE-Bewegung („Financial Independence, Retire Early") an. Als Faustformel für das nötige Zielkapital dient die 25x-Regel: Sie ist die Kehrseite der 4-%-Regel und besagt, dass Sie das 25-Fache Ihrer jährlichen Ausgaben ansparen müssen, um anschließend rechnerisch jährlich 4 % entnehmen zu können.

So berechnen Sie Ihr persönliches FIRE-Zielkapital für die finanzielle Freiheit in zwei Schritten:

  • 1. Jahresausgaben ermitteln: monatliche Ausgaben × 12
  • 2. Mit 25 multiplizieren: Jahresausgaben × 25 = Zielkapital (FIRE-Number)

Ein Rechenbeispiel: Wer mit 1.500 € im Monat auskommt, braucht 18.000 € im Jahr und damit ein Zielvermögen von 450.000 € (18.000 € × 25). Bei 2.500 € monatlich sind es 30.000 € pro Jahr und folglich 750.000 €. Sobald dieses Kapital erreicht ist, prüfen Sie mit dem Rechner oben, wie lange es bei Ihrer geplanten Entnahme und Rendite reicht – und ob es sogar in die „ewige Rente" übergeht.

Wie schnell Sie dieses Zielkapital erreichen, hängt vor allem von Ihrer Sparquote ab: Wer einen großen Teil des Einkommens investiert, verkürzt den Weg zur finanziellen Freiheit drastisch. Mit dem ETF-Sparplan-Rechner und dem Zinseszins-Rechner ermitteln Sie die Ansparphase, mit diesem Entnahmeplan-Rechner die Auszahlphase danach.

Wann Sie Ihr Zielkapital erreichen und wie viel die Abgeltungsteuer von jeder Entnahme abzweigt, rechnet der FIRE-Rechner mit Sparrate, Inflation und Teilfreistellung.

⚠️ Typische Fehler beim Entnahmeplan

Fehler 1: Inflation ignorieren

Wer 30 Jahre lang konstant 2.000 € entnimmt, verliert massiv an Kaufkraft. Rechnen Sie mit der realen Rendite (Rendite minus Inflation) oder erhöhen Sie die Entnahme jährlich.

Fehler 2: Zu hohe Durchschnittsrendite ansetzen

Eine optimistische Rendite verlängert die Laufzeit auf dem Papier dramatisch. Eine feste Aktienrendite gibt es nicht, und vergangene Renditen sind keine Garantie für die Zukunft. Rechnen Sie deshalb mehrere Annahmen durch, etwa eine vorsichtige, eine mittlere und eine optimistische, und prüfen Sie, ob Ihr Plan auch im vorsichtigen Fall aufgeht.

Fehler 3: Renditereihenfolge-Risiko unterschätzen

Crasht die Börse direkt zu Beginn der Entnahmephase, müssen Sie aus einem geschrumpften Depot entnehmen. Das kann das Kapital deutlich früher aufzehren – selbst bei guter Durchschnittsrendite über die Jahre.

Fehler 4: Steuern vergessen

Auf Kursgewinne fällt in Deutschland Abgeltungsteuer (25 % plus Soli, ggf. Kirchensteuer) an. Die Netto-Entnahme ist dadurch geringer als der hier angezeigte Bruttobetrag.

Fehler 5: Keinen Puffer einplanen

Die 4-%-Regel ist kein Naturgesetz. Wer auf Nummer sicher gehen will, entnimmt 3 bis 3,5 % oder hält einen Cash-Puffer für schlechte Börsenjahre bereit.

❓ Häufig gestellte Fragen zum Entnahmeplan

Wie lange reicht mein Kapital bei monatlicher Entnahme?

Das hängt von drei Größen ab: Startkapital, erwarteter Rendite und der Höhe der monatlichen Entnahme. Der Rechner simuliert jeden Monat die Verzinsung des Restkapitals und zieht dann die Entnahme ab – bis das Geld aufgebraucht ist. Liegt die jährliche Entnahme unter den jährlichen Erträgen, reicht das Kapital sogar unbegrenzt.

Was ist die 4-Prozent-Regel?

Die 4-Prozent-Regel geht auf William Bengen (1994) zurück; die Trinity-Studie (1998) kam zu ähnlichen Ergebnissen. Sie besagt: Wer im ersten Jahr 4 % seines Startkapitals entnimmt und den Betrag danach um die Inflation erhöht, hat über 30 Jahre eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Geld reicht. Umgekehrt benötigen Sie etwa das 25-Fache Ihrer Jahresausgaben als Vermögen. Beide Studien nutzen US-Daten und rechnen ohne Steuern; die Trinity-Autoren raten Frühruheständlern mit langen Auszahlzeiten zu niedrigeren Entnahmeraten.

Was sind Frugalisten und was bedeutet Frugalismus?

Frugalisten sind Menschen, die durch eine sehr hohe Sparquote (oft 50 % oder mehr des Einkommens) möglichst früh finanzielle Freiheit erreichen wollen – Frugalismus ist die dahinterstehende Lebensphilosophie aus bewusstem Konsum und konsequentem Investieren. Frugalismus ist damit der deutsche Zweig der internationalen FIRE-Bewegung. Für die Auszahlphase nutzen Frugalisten typischerweise die 4-Prozent-Regel und die 25x-Regel: Das Zielkapital entspricht etwa dem 25-Fachen der Jahresausgaben. Mit diesem Rechner prüfen Sie, wie lange Ihr angespartes Vermögen bei der geplanten Entnahme trägt.

Wie viel Kapital brauche ich für finanzielle Freiheit?

Als Faustformel gilt die 25x-Regel: Multiplizieren Sie Ihre jährlichen Ausgaben mit 25, um das Zielkapital (die „FIRE-Number“) für finanzielle Freiheit zu erhalten. Wer mit 1.500 € im Monat (18.000 € pro Jahr) auskommt, braucht rund 450.000 €; bei 2.500 € monatlich (30.000 € pro Jahr) sind es 750.000 €. Die 25x-Regel ist die Kehrseite der 4-Prozent-Regel: Aus dem 25-Fachen lassen sich rechnerisch jährlich 4 % entnehmen. Weil die Studien hinter der Regel ohne Steuern rechnen, ist in Deutschland ein Puffer für die Abgeltungsteuer sinnvoll: Mit 3,5 % Entnahme sind es rund das 28,6-Fache der Jahresausgaben, mit 3 % das 33,3-Fache.

Wie viel Kapital brauche ich für 2.000 € im Monat?

2.000 € pro Monat sind 24.000 € im Jahr. Nach der 4-Prozent-Regel benötigen Sie das 25-Fache, also rund 600.000 € Startkapital. Soll das Kapital allein aus den Erträgen dauerhaft halten („ewige Rente“), genügen bei 5 % Rendite rein rechnerisch schon 480.000 €, weil dann die Jahreszinsen (24.000 €) die Entnahme exakt decken. Wegen Steuern und Inflation ist der größere Puffer der 4-Prozent-Regel aber sinnvoller.

Muss ich die Inflation berücksichtigen?

Unbedingt. Bei 2 % Inflation halbiert sich die Kaufkraft etwa alle 35 Jahre. Am einfachsten rechnen Sie mit der realen Rendite (erwartete Rendite minus Inflation), dann sind die angezeigten Beträge in heutiger Kaufkraft zu verstehen. Alternativ erhöhen Sie Ihre Entnahme jedes Jahr um die Inflationsrate.

Was ist das Renditereihenfolge-Risiko?

Das Renditereihenfolge-Risiko (engl. „sequence of returns risk“) beschreibt: Nicht nur die Höhe der Durchschnittsrendite zählt, sondern auch ihre Reihenfolge. Fallen die Kurse direkt zu Beginn der Entnahmephase stark, entnehmen Sie aus einem geschrumpften Depot – das Kapital kann dann trotz guter Durchschnittsrendite deutlich früher aufgebraucht sein. Dieser Rechner rechnet mit einer konstanten Rendite und bildet dieses Risiko nicht ab.

Ersetzt dieser Rechner eine Finanzberatung?

Nein. Der Entnahmeplan-Rechner liefert eine Orientierung auf Basis vereinfachter Annahmen (konstante Rendite, keine Steuern, keine Inflation). Er ersetzt keine individuelle Finanz- oder Anlageberatung. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.