Entnahmeplan-Rechner 2026
Wie lange reicht Ihr Kapital? Inklusive 4-Prozent-Regel
Zuletzt aktualisiert am 5. Juni 2026
Grundlage: Finanzmathematische Standardberechnung des Kapitalverzehrs (monatlich verzinstes Restkapital) sowie die 4-Prozent-Regel aus der Trinity-Studie (Cooley, Hubbard, Walz, 1998)
Berücksichtigt: Startkapital, erwartete Rendite p. a., monatliche Entnahme, Laufzeit bis zum Kapitalverzehr, „ewige" Entnahme bei ausreichender Verzinsung, Restkapital-Verlauf
Nicht berücksichtigt: Inflation (rechnen Sie ggf. mit der realen Rendite), Steuern, Renditeschwankungen und das Renditereihenfolge-Risiko – der Rechner liefert eine Orientierung, keine Anlageberatung
Ihre Eckdaten
So lange reicht Ihr Kapital
Die jährlichen Erträge (25.000 €) decken Ihre Entnahme (24.000 €) vollständig – das Kapital bleibt erhalten oder wächst.
📐 Was die 4-%-Regel erlauben würde
Nach der bekannten 4-%-Regel (Trinity-Studie) gilt eine Jahresentnahme von 4 % des Startkapitals als Faustwert, der ein Depot über rund 30 Jahre selten aufzehrt:
4-%-Regel
1.667 €
pro Monat (20.000 € / Jahr)
Konservativ (3,5 %)
1.458 €
pro Monat – vorsichtiger Puffer
📉 Restkapital-Verlauf
Entwicklung über die ersten 30 Jahre (Kapital bleibt stabil)
ℹ️ Wichtig zu wissen
- 📈Inflation berücksichtigen: Rechnen Sie eher mit der realen Rendite (Rendite minus ca. 2 % Inflation). 2.000 € sind in 20 Jahren deutlich weniger wert als heute.
- 🎢Renditereihenfolge-Risiko: Fällt die Börse direkt zu Beginn der Entnahme, kann das Kapital trotz guter Durchschnittsrendite früher aufgebraucht sein.
- 🧾Steuern: Auf Kursgewinne fällt Abgeltungsteuer an – die Netto-Entnahme ist niedriger als hier dargestellt.
- 📊Dieser Rechner nutzt eine konstante nominale Entnahme und eine feste Durchschnittsrendite – die Realität schwankt.
Entnahmeplan berechnen: So lange reicht Ihr Kapital
Ein Entnahmeplan (auch Auszahlplan oder Kapitalverzehr-Plan) beantwortet eine der wichtigsten Fragen rund um Ruhestand und finanzielle Freiheit: Wie lange reicht mein angespartes Vermögen, wenn ich jeden Monat einen festen Betrag entnehme? Anders als beim Sparen wird das Kapital hier nicht aufgebaut, sondern planmäßig abgebaut – während der noch vorhandene Rest weiter verzinst wird.
So funktioniert die Berechnung
Der Rechner simuliert Ihren Entnahmeplan Monat für Monat. In jedem Monat passiert Folgendes:
- 1. Verzinsung: Das Restkapital wächst um den Monatszins (Rendite p. a. ÷ 12)
- 2. Entnahme: Anschließend wird Ihre monatliche Entnahme abgezogen
- 3. Wiederholung: bis das Kapital aufgebraucht ist
Reichen die Erträge dauerhaft aus, um die Entnahme zu decken (Jahreszinsen ≥ Jahresentnahme), wird das Kapital nie aufgebraucht – der Rechner zeigt dann „unbegrenzt". Genau das ist das Prinzip der ewigen Rente.
Die 4-Prozent-Regel
Die wohl bekannteste Faustregel der FIRE-Bewegung („Financial Independence, Retire Early") stammt aus der Trinity-Studie von 1998. Sie besagt: Wer jährlich 4 % seines Startkapitals entnimmt (inflationsangepasst), hat über einen Zeitraum von 30 Jahren eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Geld reicht – in der Studie lag die Erfolgsquote bei einer Aktienquote von 50 % bei mindestens 95 %, bei 75 % Aktien sogar bei 100 % über alle untersuchten Zeiträume.
Umgekehrt formuliert: Für finanzielle Unabhängigkeit benötigen Sie etwa das 25-Fache Ihrer jährlichen Ausgaben als Kapital. Wer 24.000 € pro Jahr (2.000 € im Monat) braucht, kommt rechnerisch auf ein Zielvermögen von 600.000 €.
4 % oder doch konservativer?
Die 4-%-Regel basiert auf historischen US-Marktdaten (S&P 500 und Anleihen). Für Deutschland mit höherer Steuerlast und bei längeren Entnahmezeiträumen empfehlen viele Experten eine vorsichtigere Rate von 3 bis 3,5 %. Der Rechner zeigt Ihnen beide Marken – die 4-%- und die konservativere 3,5-%-Entnahme – damit Sie einen Puffer einplanen können.
Warum Inflation alles verändert
2.000 € heute sind in 20 Jahren bei 2 % Inflation nur noch rund 1.345 € wert. Wer die Kaufkraft halten will, sollte die Entnahme über die Jahre erhöhen – oder von vornherein mit der realen Rendite rechnen (Rendite minus Inflation). Tragen Sie also bei einer erwarteten Aktienrendite von 7 % und 2 % Inflation lieber rund 5 % als reale Rendite ein. Wie viel Ihnen im Alter tatsächlich fehlt, zeigt der Rentenlücken-Rechner.
📊 Beispielrechnungen
So wirken sich unterschiedliche Annahmen auf die Laufzeit aus:
Beispiel 1: 500.000 € mit 4 % Entnahme
Die Erträge (25.000 €) übersteigen die Entnahme (20.000 €) – das Kapital wächst sogar.
Beispiel 2: 300.000 € mit hoher Entnahme
Die hohe Entnahmequote von 8 % zehrt das Kapital trotz Verzinsung in gut 17 Jahren auf.
⚠️ Typische Fehler beim Entnahmeplan
Fehler 1: Inflation ignorieren
Wer 30 Jahre lang konstant 2.000 € entnimmt, verliert massiv an Kaufkraft. Rechnen Sie mit der realen Rendite (Rendite minus Inflation) oder erhöhen Sie die Entnahme jährlich.
Fehler 2: Zu hohe Durchschnittsrendite ansetzen
Eine optimistische Rendite verlängert die Laufzeit auf dem Papier dramatisch. Bleiben Sie vorsichtig: Für ein Aktiendepot sind real eher 5 % als 8 % realistisch.
Fehler 3: Renditereihenfolge-Risiko unterschätzen
Crasht die Börse direkt zu Beginn der Entnahmephase, müssen Sie aus einem geschrumpften Depot entnehmen. Das kann das Kapital deutlich früher aufzehren – selbst bei guter Durchschnittsrendite über die Jahre.
Fehler 4: Steuern vergessen
Auf Kursgewinne fällt in Deutschland Abgeltungsteuer (25 % plus Soli, ggf. Kirchensteuer) an. Die Netto-Entnahme ist dadurch geringer als der hier angezeigte Bruttobetrag.
Fehler 5: Keinen Puffer einplanen
Die 4-%-Regel ist kein Naturgesetz. Wer auf Nummer sicher gehen will, entnimmt 3 bis 3,5 % oder hält einen Cash-Puffer für schlechte Börsenjahre bereit.
❓ Häufig gestellte Fragen zum Entnahmeplan
Wie lange reicht mein Kapital bei monatlicher Entnahme?
Das hängt von drei Größen ab: Startkapital, erwarteter Rendite und der Höhe der monatlichen Entnahme. Der Rechner simuliert jeden Monat die Verzinsung des Restkapitals und zieht dann die Entnahme ab – bis das Geld aufgebraucht ist. Liegt die jährliche Entnahme unter den jährlichen Erträgen, reicht das Kapital sogar unbegrenzt.
Was ist die 4-Prozent-Regel?
Die 4-Prozent-Regel stammt aus der Trinity-Studie (1998) und besagt: Wer jährlich 4 % seines Startkapitals entnimmt, hat über 30 Jahre eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Geld reicht. Umgekehrt benötigen Sie etwa das 25-Fache Ihrer Jahresausgaben als Vermögen. Für Deutschland gilt wegen höherer Steuern oft eine konservativere Marke von 3 bis 3,5 %.
Wie viel Kapital brauche ich für 2.000 € im Monat?
2.000 € pro Monat sind 24.000 € im Jahr. Nach der 4-Prozent-Regel benötigen Sie das 25-Fache, also rund 600.000 € Startkapital. Soll das Kapital allein aus den Erträgen dauerhaft halten („ewige Rente"), genügen bei 5 % Rendite rein rechnerisch schon 480.000 €, weil dann die Jahreszinsen (24.000 €) die Entnahme exakt decken. Wegen Steuern und Inflation ist der größere Puffer der 4-Prozent-Regel aber sinnvoller.
Muss ich die Inflation berücksichtigen?
Unbedingt. Bei 2 % Inflation halbiert sich die Kaufkraft etwa alle 35 Jahre. Am einfachsten rechnen Sie mit der realen Rendite (erwartete Rendite minus Inflation), dann sind die angezeigten Beträge in heutiger Kaufkraft zu verstehen. Alternativ erhöhen Sie Ihre Entnahme jedes Jahr um die Inflationsrate.
Was ist das Renditereihenfolge-Risiko?
Das Renditereihenfolge-Risiko (engl. „sequence of returns risk") beschreibt: Nicht nur die Höhe der Durchschnittsrendite zählt, sondern auch ihre Reihenfolge. Fallen die Kurse direkt zu Beginn der Entnahmephase stark, entnehmen Sie aus einem geschrumpften Depot – das Kapital kann dann trotz guter Durchschnittsrendite deutlich früher aufgebraucht sein. Dieser Rechner rechnet mit einer konstanten Rendite und bildet dieses Risiko nicht ab.
Ersetzt dieser Rechner eine Finanzberatung?
Nein. Der Entnahmeplan-Rechner liefert eine Orientierung auf Basis vereinfachter Annahmen (konstante Rendite, keine Steuern, keine Inflation). Er ersetzt keine individuelle Finanz- oder Anlageberatung. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.