Innendämmung-Rechner 2026
Dämmstoffbedarf und U-Wert berechnen
Zuletzt aktualisiert am 5. Juni 2026
Grundlage: Dämmfläche = Fläche × (1 + Verschnitt); Pakete = aufgerundet(Fläche ÷ Paketinhalt); U-Näherung = 1 ÷ (Rsi + d/λ + R_Bestand + Rse) nach DIN EN ISO 6946 (Rsi 0,13, Rse 0,04 m²K/W).
Voreinstellungen: Verschnitt 10 %, λ je WLS (Kalziumsilikat 0,060, Mineralwolle 0,035, Holzfaser 0,040, Mineraldämmplatte 0,045, PUR 0,024). GEG Anlage 7: Außenwand bei Innendämmung U ≤ 0,35 W/(m²K).
Nicht berücksichtigt: Tauwasser-/Feuchteschutz, Wärmebrücken, mehrschichtige Aufbauten. Innendämmung ist feuchtekritisch – Fachplaner-Nachweis nötig. Angaben ohne Gewähr.
Open-Source-Projekt
Dieser Rechner ist Open Source. Hilf mit, ihn aktuell und korrekt zu halten.
Material für die Innendämmung
für 33 m² inkl. 10 % Verschnitt
🧮 So wird gerechnet
Dämmfläche = 30 m² × 1,1 = 33 m²; Pakete = 33 ÷ 4 = 9
U = 1 ÷ (Rsi + d/λ + Rse) = 1 ÷ (0,13 + 2 + 0,04) = 0,461 W/(m²K)
Wichtig: Innendämmung ist feuchte- und tauwasserkritisch. Ohne Tauwasser-/Feuchtenachweis (Glaser bzw. instationär/WUFI) drohen Schimmel und Bauschäden. Der Rechner liefert nur eine Mengen- und U-Wert-Näherung (Einschicht), keinen bauphysikalischen Feuchteschutz-Nachweis. Vor der Ausführung Fachplaner/Energieberater hinzuziehen. Angaben ohne Gewähr.
Innendämmung richtig berechnen
Wenn eine Fassade nicht von außen gedämmt werden darf – etwa bei Fachwerk, Denkmalschutz oder direkt an der Grundstücksgrenze – ist die Innendämmung die Lösung. Der Innendämmung-Rechner ermittelt, wie viel Dämmstoff Sie brauchen (Fläche, Pakete, Volumen) und welchen U-Wert die Wand danach erreicht.
Die Formel
- Dämmfläche = Fläche × (1 + Verschnitt)
- Pakete = aufgerundet(Dämmfläche ÷ Paketinhalt)
- Volumen = Dämmfläche × Dämmdicke
- U-Wert = 1 ÷ (Rsi + d/λ + R_Bestand + Rse)
Der Verschnitt fällt bei Innendämmung tendenziell höher aus als bei glatten Außenflächen, weil Innenwände verwinkelt sind, Aussparungen für Steckdosen, Heizkörper und Leitungen anfallen. Voreingestellt sind 10 %; bei stark gegliederten Räumen ruhig 15 %.
Warum Innendämmung heikel ist
Bei Innendämmung wird die Außenwand kälter, weil die Wärme nicht mehr bis in die Wand vordringt. Dadurch verschiebt sich der Taupunkt nach innen – es kann Feuchtigkeit in der Konstruktion kondensieren. Deshalb sind kapillaraktive, diffusionsoffene Dämmstoffe wie Kalziumsilikat oder Mineraldämmplatten beliebt: Sie puffern Feuchte und geben sie wieder ab. Ein Tauwassernachweis ist Pflicht.
GEG und Förderung
Das GEG erlaubt bei Innendämmung der Außenwand einen etwas höheren Höchstwert von 0,35 W/(m²K) (Anlage 7), weil mehr Dämmdicke innen oft nicht machbar ist. Für die BEG-Förderung gibt es eine Sonderregel (Nr. 8.1.4): Mit einem Dämmstoff der WLS ≤ 040 und mindestens 4 cm Dicke entfällt der U-Wert-Einzelnachweis. Der Rechner prüft den Höchstwert für die Außenwand automatisch.
Wärmeleitstufe (WLS) verstehen
Die Zahl hinter dem Dämmstoff (z. B. „035“) ist die Wärmeleitstufe – sie entspricht dem λ-Wert × 1000. Je kleiner, desto besser dämmt das Material bei gleicher Dicke. Kalziumsilikat (060) dämmt schwächer, ist aber besonders feuchteregulierend; Mineralwolle (035) dämmt stärker. Den genauen Wert nehmen Sie vom Produktdatenblatt.
🏚️ Dämmstoffe für die Innendämmung
Typische Wärmeleitfähigkeit λ und Eigenschaften gängiger Innendämmstoffe.
| Dämmstoff | λ (W/m·K) | Eigenschaft |
|---|---|---|
| PUR/PIR | 0,024 | dünn, dampfdicht |
| Mineralwolle | 0,035 | gut dämmend |
| Holzfaser | 0,040 | ökologisch, Puffer |
| Mineraldämmplatte | 0,045 | diffusionsoffen |
| Kalziumsilikat | 0,060 | kapillaraktiv, schimmelhemmend |
Quellen: energie-experten.org, BEG/BAFA-Förderung, GEG Anlage 7 (gesetze-im-internet.de).
📊 Beispielrechnungen
Drei Fälle mit unterschiedlichen Dämmstoffen (jeweils inkl. Verschnitt):
Beispiel 1: 30 m² Wand, Holzfaser 8 cm, ohne Bestand
Beispiel 2: 25 m² Wand, Kalziumsilikat 6 cm, Bestand R 0,55
Beispiel 3: 40 m² Wand, Mineralwolle 10 cm, Bestand R 0,35
⚠️ Typische Fehler & Sonderfälle
Fehler 1: Feuchteschutz ignorieren
Der häufigste und teuerste Fehler. Ohne Tauwassernachweis kann Feuchte hinter der Dämmung kondensieren und zu Schimmel führen. Diffusionsoffene Systeme und ein Fachplaner sind hier Pflicht.
Fehler 2: Verschnitt zu niedrig
Innenwände sind verwinkelt und voller Aussparungen. 5 % reichen selten – planen Sie 10–15 %, besonders bei vielen Steckdosen, Fenstern und Heizkörpernischen.
Fehler 3: Lückenlose Verklebung übersehen
Innendämmplatten müssen hohlraumfrei und vollflächig verklebt werden. Luftspalte hinter der Platte sind ideale Kondensationsstellen – das verfälscht auch den realen U-Wert.
Sonderfall: Wärmebrücken an Innenwänden
Wo Innenwände und Decken auf die gedämmte Außenwand treffen, entstehen Wärmebrücken. Eine Flankendämmung (Dämmkeil) reduziert das Risiko von Schimmel in der Ecke.
Sonderfall: GEG-Sonderwert nutzen
Weil außen oft kein Platz ist, erlaubt das GEG für Innendämmung 0,35 statt 0,24 W/(m²K). Mit der BEG-Sonderregel (WLS ≤ 040, ≥ 4 cm) entfällt sogar der U-Wert-Einzelnachweis.
❓ Häufig gestellte Fragen zur Innendämmung
Wie viel Dämmstoff brauche ich für die Innendämmung?
Multiplizieren Sie die Wandfläche mit dem Verschnittfaktor (meist 1,10) und teilen das Ergebnis durch den Paketinhalt. Für 30 m² Wand mit 10 % Verschnitt und 4 m² pro Paket sind das 33 m², also 9 Pakete.
Welcher Dämmstoff eignet sich für Innendämmung?
Beliebt sind kapillaraktive, diffusionsoffene Materialien wie Kalziumsilikat und Mineraldämmplatten, weil sie Feuchte puffern und Schimmel vorbeugen. Auch Holzfaser und Mineralwolle werden eingesetzt – immer mit passendem Feuchteschutzkonzept.
Welchen U-Wert muss Innendämmung erreichen?
Das GEG erlaubt für innengedämmte Außenwände einen Höchstwert von 0,35 W/(m²K) (statt 0,24 bei Außendämmung), weil innen oft weniger Dicke möglich ist. Für die BEG-Förderung gibt es eine Sonderregel ohne U-Wert-Einzelnachweis.
Warum ist Innendämmung feuchtekritisch?
Durch die Dämmung bleibt die Außenwand kälter, der Taupunkt verschiebt sich nach innen. Dort kann Wasserdampf kondensieren. Ohne Tauwassernachweis und geeignetes System drohen Feuchteschäden und Schimmel – deshalb ist Fachplanung Pflicht.
Wie dick sollte die Innendämmung sein?
Üblich sind 6 bis 10 cm. Mehr Dicke verbessert den U-Wert, verkleinert aber den Raum und erhöht das Tauwasserrisiko. Die optimale Dicke ergibt sich aus dem Feuchtenachweis, nicht allein aus dem Wunsch-U-Wert.
Ersetzt der Rechner einen Energieberater?
Nein. Er liefert nur eine Mengen- und U-Wert-Näherung. Den entscheidenden Tauwasser-/Feuchtenachweis und die GEG-Konformität muss ein Fachplaner oder Energieberater erbringen.
