Innendämmung-Rechner 2026
Dämmstoffbedarf und U-Wert berechnen
Zuletzt aktualisiert am 16. Oktober 2026
Grundlage: Dämmfläche = Fläche × (1 + Verschnitt); Pakete = aufgerundet(Fläche ÷ Paketinhalt); U-Näherung = 1 ÷ (Rsi + d/λ + R_Bestand + Rse) nach DIN EN ISO 6946 (Rsi 0,13, Rse 0,04 m²K/W).
Voreinstellungen: Verschnitt 10 %, λ je WLS (Kalziumsilikat 0,060, Mineralwolle 0,035, Holzfaser 0,040, Mineraldämmplatte 0,045, PUR 0,024). Für die Innendämmung einer bestehenden Außenwand nennt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bis 28.07.2026 GEG) keinen Höchstwert; der Rechner vergleicht mit der BEG-Fördervoraussetzung U ≤ 0,20 W/(m²K).
Nicht berücksichtigt: Tauwasser-/Feuchteschutz, Wärmebrücken, mehrschichtige Aufbauten. Innendämmung ist feuchtekritisch – Fachplaner-Nachweis nötig. Angaben ohne Gewähr.
Material für die Innendämmung
für 33 m² inkl. 10 % Verschnitt
Keine Pflicht: Für die Innendämmung einer bestehenden Außenwand schreibt das GModG keinen Höchstwert vor.
🧮 So wird gerechnet
Dämmfläche = 30 m² × 1,1 = 33 m²; Pakete = 33 ÷ 4 = 9
U = 1 ÷ (Rsi + d/λ + Rse) = 1 ÷ (0,13 + 2 + 0,04) = 0,461 W/(m²K)
Gesetz und Förderung: Für die nachträgliche Innendämmung einer bestehenden Außenwand nennt Anlage 7 GModG keinen Höchstwert. Zum Vergleich: 0,24 W/(m²K) bei Ersatz oder Außendämmung der Wand (Anlage 7 Nr. 1a/1b GModG); für die BEG-Förderung 0,20, bei Baudenkmalen und sonstiger besonders erhaltenswerter Bausubstanz 0,45, bei Sichtfachwerk 0,65 (TMA Nr. 1.1 zur Förderrichtlinie BEG EM vom 17.08.2026).
Wichtig: Innendämmung ist feuchte- und tauwasserkritisch. Ohne Tauwasser-/Feuchtenachweis (Glaser bzw. instationär/WUFI) drohen Schimmel und Bauschäden. Der Rechner liefert nur eine Mengen- und U-Wert-Näherung (Einschicht), keinen bauphysikalischen Feuchteschutz-Nachweis. Vor der Ausführung Fachplaner/Energieberater hinzuziehen. Angaben ohne Gewähr.
Innendämmung richtig berechnen
Wenn eine Fassade nicht von außen gedämmt werden darf – etwa bei Fachwerk, Denkmalschutz oder direkt an der Grundstücksgrenze – ist die Innendämmung die Lösung. Der Innendämmung-Rechner ermittelt, wie viel Dämmstoff Sie brauchen (Fläche, Pakete, Volumen) und welchen U-Wert die Wand danach erreicht.
Die Formel
- Dämmfläche = Fläche × (1 + Verschnitt)
- Pakete = aufgerundet(Dämmfläche ÷ Paketinhalt)
- Volumen = Dämmfläche × Dämmdicke
- U-Wert = 1 ÷ (Rsi + d/λ + R_Bestand + Rse)
Der Verschnitt fällt bei Innendämmung tendenziell höher aus als bei glatten Außenflächen, weil Innenwände verwinkelt sind, Aussparungen für Steckdosen, Heizkörper und Leitungen anfallen. Voreingestellt sind 10 %; bei stark gegliederten Räumen ruhig 15 %.
Warum Innendämmung heikel ist
Bei Innendämmung wird die Außenwand kälter, weil die Wärme nicht mehr bis in die Wand vordringt. Dadurch verschiebt sich der Taupunkt nach innen – es kann Feuchtigkeit in der Konstruktion kondensieren. Deshalb sind kapillaraktive, diffusionsoffene Dämmstoffe wie Kalziumsilikat oder Mineraldämmplatten beliebt: Sie puffern Feuchte und geben sie wieder ab. Ein Tauwassernachweis ist Pflicht.
GModG und Förderung
Für die nachträgliche Innendämmung einer bestehenden Außenwand schreibt das GModG keinen Höchstwert vor: Anlage 7 nennt bei Außenwänden nur den Ersatz oder erstmaligen Einbau (Nr. 1a) und Maßnahmen auf der Außenseite (Nr. 1b), und § 36 GModG greift nur bei Außenbauteilen im Sinne der Anlage 7. Für diese Fälle gilt 0,24 W/(m²K); ist die Dämmdicke technisch begrenzt, genügt die höchstmögliche Dicke mit λ ≤ 0,035 W/(m·K), bei Einblasdämmung oder Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen λ ≤ 0,045 (Fußnote 1). Bei Außenwänden, die nach 1983 unter Einhaltung energiesparrechtlicher Vorschriften errichtet oder erneuert wurden, entfällt die Anforderung nach Nr. 1b (Fußnote 2).
Für die BEG-Förderung muss eine Außenwand U ≤ 0,20 W/(m²K) erreichen, bei Baudenkmalen und sonstiger besonders erhaltenswerter Bausubstanz 0,45 und bei Sichtfachwerk (Innendämmung bei Fachwerkaußenwänden) 0,65 (TMA Nr. 1.1 zur Förderrichtlinie BEG EM vom 17.08.2026, BAnz AT 27.08.2026 B1). Der Rechner vergleicht den U-Wert der Wand mit 0,20 – als Fördervoraussetzung, nicht als gesetzliche Pflicht.
Wärmeleitstufe (WLS) verstehen
Die Zahl hinter dem Dämmstoff (z. B. „035“) ist die Wärmeleitstufe – sie entspricht dem λ-Wert × 1000. Je kleiner, desto besser dämmt das Material bei gleicher Dicke. Kalziumsilikat (060) dämmt schwächer, ist aber besonders feuchteregulierend; Mineralwolle (035) dämmt stärker. Den genauen Wert nehmen Sie vom Produktdatenblatt.
🏚️ Dämmstoffe für die Innendämmung
Typische Wärmeleitfähigkeit λ und Eigenschaften gängiger Innendämmstoffe.
| Dämmstoff | λ (W/m·K) | Eigenschaft |
|---|---|---|
| PUR/PIR | 0,024 | dünn, dampfdicht |
| Mineralwolle | 0,035 | gut dämmend |
| Holzfaser | 0,040 | ökologisch, Puffer |
| Mineraldämmplatte | 0,045 | diffusionsoffen |
| Kalziumsilikat | 0,060 | kapillaraktiv, schimmelhemmend |
Quellen: Anlage 7 GModG, § 36 GModG, DIN EN ISO 6946 (U-Wert), BAFA – Gebäudehülle, Förderrichtlinie BEG EM vom 17.08.2026 mit TMA.
📊 Beispielrechnungen
Drei Fälle mit unterschiedlichen Dämmstoffen (jeweils inkl. Verschnitt):
Beispiel 1: 30 m² Wand, Holzfaser 8 cm, ohne Bestand
Beispiel 2: 25 m² Wand, Kalziumsilikat 6 cm, Bestand R 0,55
Beispiel 3: 40 m² Wand, Mineralwolle 10 cm, Bestand R 0,35
⚠️ Typische Fehler & Sonderfälle
Fehler 1: Feuchteschutz ignorieren
Der häufigste und teuerste Fehler. Ohne Tauwassernachweis kann Feuchte hinter der Dämmung kondensieren und zu Schimmel führen. Diffusionsoffene Systeme und ein Fachplaner sind hier Pflicht.
Fehler 2: Verschnitt zu niedrig
Innenwände sind verwinkelt und voller Aussparungen. 5 % reichen selten – planen Sie 10–15 %, besonders bei vielen Steckdosen, Fenstern und Heizkörpernischen.
Fehler 3: Lückenlose Verklebung übersehen
Innendämmplatten müssen hohlraumfrei und vollflächig verklebt werden. Luftspalte hinter der Platte sind ideale Kondensationsstellen – das verfälscht auch den realen U-Wert.
Sonderfall: Wärmebrücken an Innenwänden
Wo Innenwände und Decken auf die gedämmte Außenwand treffen, entstehen Wärmebrücken. Eine Flankendämmung (Dämmkeil) reduziert das Risiko von Schimmel in der Ecke.
Sonderfall: Baudenkmal und Sichtfachwerk
Für die BEG-Förderung gelten bei Baudenkmalen und sonstiger besonders erhaltenswerter Bausubstanz 0,45 W/(m²K) und bei Sichtfachwerk mit Innendämmung 0,65 statt 0,20 (TMA Nr. 1.1). Eine Vereinfachung ohne U-Wert-Nachweis sieht die TMA für die Innendämmung nicht vor.
❓ Häufig gestellte Fragen zur Innendämmung
Wie viel Dämmstoff brauche ich für die Innendämmung?
Multiplizieren Sie die Wandfläche mit dem Verschnittfaktor (meist 1,10) und teilen das Ergebnis durch den Paketinhalt. Für 30 m² Wand mit 10 % Verschnitt und 4 m² pro Paket sind das 33 m², also 9 Pakete.
Welcher Dämmstoff eignet sich für Innendämmung?
Beliebt sind kapillaraktive, diffusionsoffene Materialien wie Kalziumsilikat und Mineraldämmplatten, weil sie Feuchte puffern und Schimmel vorbeugen. Auch Holzfaser und Mineralwolle werden eingesetzt – immer mit passendem Feuchteschutzkonzept.
Welchen U-Wert muss Innendämmung erreichen?
Gesetzlich keinen bestimmten: Für die nachträgliche Innendämmung einer bestehenden Außenwand nennt Anlage 7 GModG keinen Höchstwert, denn § 36 GModG gilt nur für die dort genannten Maßnahmen – bei Außenwänden Ersatz oder Dämmung von außen, dann mit 0,24 W/(m²K). Für die BEG-Förderung muss die Wand 0,20 W/(m²K) erreichen, bei Baudenkmalen und sonstiger besonders erhaltenswerter Bausubstanz 0,45 und bei Sichtfachwerk 0,65 (TMA Nr. 1.1 zur Förderrichtlinie BEG EM vom 17.08.2026).
Warum ist Innendämmung feuchtekritisch?
Durch die Dämmung bleibt die Außenwand kälter, der Taupunkt verschiebt sich nach innen. Dort kann Wasserdampf kondensieren. Ohne Tauwassernachweis und geeignetes System drohen Feuchteschäden und Schimmel – deshalb ist Fachplanung Pflicht.
Wie dick sollte die Innendämmung sein?
Üblich sind 6 bis 10 cm. Mehr Dicke verbessert den U-Wert, verkleinert aber den Raum und erhöht das Tauwasserrisiko. Die optimale Dicke ergibt sich aus dem Feuchtenachweis, nicht allein aus dem Wunsch-U-Wert.
Ersetzt der Rechner einen Energieberater?
Nein. Er liefert nur eine Mengen- und U-Wert-Näherung. Den entscheidenden Tauwasser-/Feuchtenachweis und den Nachweis für die BEG-Förderung muss ein Fachplaner oder Energieberater erbringen.