Sollzinsbindung-Vergleich-Rechner 2026
10, 15 oder 20 Jahre Zinsbindung vergleichen
Zuletzt aktualisiert am 6. Juni 2026
Grundlage: Standard-Annuitätenmathematik. Monatsrate = Darlehen × (Sollzins + Tilgung) ÷ 100 ÷ 12; Restschuld nach N Monaten = D × (1 + i)N − Rate × ((1 + i)N − 1) ÷ i, mit i = Sollzins ÷ 1.200. Das gesetzliche Sonderkündigungsrecht nach 10 Jahren ergibt sich aus § 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB.
Voreinstellung: 300.000 € Darlehen, 2 % anfängliche Tilgung, Beispiel-Sollzinsen 3,4 % (10 J) / 3,7 % (15 J) / 3,9 % (20 J). Längere Bindung = höherer Zins ist der typische Aufschlag – Werte sind frei anpassbar.
Nicht berücksichtigt: Sondertilgungen, Bereitstellungszinsen, der tatsächliche Anschlusszins nach der Bindung sowie individuelle Bonität. Reine Modellrechnung, keine Finanzberatung, Angaben ohne Gewähr.
Open-Source-Projekt
Dieser Rechner ist Open Source. Hilf mit, ihn aktuell und korrekt zu halten.
Vergleich der Zinsbindungen bei 300.000 € Darlehen
Restschuld = was nach Ende der Zinsbindung übrig bleibt und zu einem dann unbekannten Zins anschlussfinanziert werden muss.
🧮 So wird gerechnet
Beispiel Szenario 3 (20 Jahre, 3,9 % Sollzins):
Monatsrate = Darlehen × (Sollzins + Tilgung) ÷ 100 ÷ 12
= 300.000 × (3,9 + 2) % ÷ 12 = 1.475,00 €
Restschuld = D × (1 + i)N − Rate × ((1 + i)N − 1) ÷ i, mit i = Sollzins ÷ 1.200 und N = 20 × 12 = 240 Monaten
= 118.659 € Restschuld, davon 172.659 € Zinsen in der Bindung gezahlt.
Wichtiger Hinweis: Dies ist eine reine Modellrechnung mit den von Ihnen eingegebenen Annahmen – keine Finanzberatung und keine Kreditzusage. Eine kürzere Zinsbindung hinterlässt eine höhere Restschuld, die am Bindungsende zu einem heute unbekannten Anschlusszins weiterfinanziert werden muss (Prolongationsrisiko). Beachten Sie das gesetzliche Sonderkündigungsrecht nach 10 Jahren (§ 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB). Konkrete Sollzinsen sind tagesaktuell und bonitätsabhängig – die Voreinstellungen sind Beispielwerte, keine Empfehlung. Angaben ohne Gewähr.
Welche Sollzinsbindung ist die richtige?
Bei jeder Baufinanzierung steht früher oder später die Frage: 10, 15 oder 20 Jahre Zinsbindung? Mit dem Sollzinsbindung-Vergleich-Rechner sehen Sie für mehrere Bindungsdauern gleichzeitig, wie hoch die Monatsrate ausfällt, wie viel Zinsen Sie in der Bindung zahlen und – das Entscheidende – welche Restschuld am Ende der Zinsbindung übrig bleibt. Anders als ein einfacher Baufinanzierungs-Rechner oder Tilgungsplan-Rechner, die ein einziges Szenario durchrechnen, stellt dieser Rechner die Bindungsvarianten direkt nebeneinander – genau die Entscheidungsgrundlage, die Sie für die Bankberatung brauchen.
Was ist die Sollzinsbindung?
Die Sollzinsbindung (auch Zinsbindungsfrist oder Zinsfestschreibung) ist der Zeitraum, für den die Bank Ihnen den vereinbarten Sollzins garantiert. Während dieser Frist ist Ihre Rate fix und unabhängig davon, wie sich die Marktzinsen entwickeln. Üblich sind Bindungen von 5, 10, 15, 20 oder sogar 30 Jahren. Je länger Sie sich den Zins sichern, desto höher ist in der Regel der Zinssatz – die Bank lässt sich die längere Planungssicherheit mit einem Aufschlag bezahlen.
Die Formel: Annuitätendarlehen
Der Rechner nutzt die Standardmathematik des Annuitätendarlehens:
- Monatsrate = Darlehen × (Sollzins % + Tilgung %) ÷ 100 ÷ 12
- Monatlicher Zins i = Sollzins ÷ 1.200
- Restschuld nach N Monaten = D × (1 + i)N − Rate × ((1 + i)N − 1) ÷ i
- Gezahlte Zinsen in der Bindung = Rate × N − (Darlehen − Restschuld)
Die Rate bleibt über die ganze Bindung konstant (Annuität). Anfangs besteht sie überwiegend aus Zinsen, mit jeder Rate sinkt aber die Restschuld – dadurch wächst der Tilgungsanteil und der Zinsanteil schrumpft. Eine höhere anfängliche Tilgung erhöht die Rate, entschuldet aber spürbar schneller.
Lange vs. kurze Bindung – der Zielkonflikt
Eine kurze Bindung (z. B. 10 Jahre) ist meist günstiger im Zins, hinterlässt aber eine hohe Restschuld, die Sie danach zu einem heute unbekannten Zins anschlussfinanzieren müssen – das ist das Prolongationsrisiko. Steigen die Zinsen bis dahin, kann die Anschlussfinanzierung deutlich teurer werden. Eine lange Bindung (15–20 Jahre) kostet zwar etwas mehr Zins, schützt aber vor Zinssteigerungen und tilgt – bei gleicher anfänglicher Tilgung – bis zum Bindungsende einen deutlich größeren Teil des Darlehens.
Sonderkündigungsrecht nach 10 Jahren
Ein wichtiger Vorteil langer Bindungen: Nach § 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB dürfen Darlehensnehmer jedes Darlehen mit Sollzinsbindung zehn Jahre nach Vollauszahlung mit einer Frist von sechs Monaten ohne Vorfälligkeitsentschädigung kündigen. Wer also eine 20-Jahres-Bindung wählt, ist nach 10 Jahren frei, kann aber von der Zinssicherheit profitieren, falls die Zinsen steigen. Eine lange Bindung ist damit oft eine Art „Versicherung“ gegen Zinsanstieg – mit eingebautem Ausstieg.
⚖️ Bindungsvergleich bei 300.000 € und 2 % Tilgung
Beispielwerte mit dem typischen Zinsaufschlag für längere Bindungen. Tatsächliche Sollzinsen sind tagesaktuell und bonitätsabhängig – tragen Sie im Rechner Ihre eigenen Konditionen ein.
| Bindung | Sollzins | Rate/Mon. | Zinsen | Restschuld |
|---|---|---|---|---|
| 10 Jahre | 3,40 % | 1.350 € | 90.658 € | 228.658 € |
| 15 Jahre | 3,70 % | 1.425 € | 136.426 € | 179.926 € |
| 20 Jahre | 3,90 % | 1.475 € | 172.659 € | 118.659 € |
Quellen: Finanztip (Zinsbindung), Finanzfluss (Restschuldformel), vergleich.de (Zinsaufschlag lange vs. kurze Bindung). Werte gerundet, Stand Juni 2026.
📊 Beispielrechnungen
So unterschiedlich fällt die Restschuld am Bindungsende je nach Zinsbindung aus:
Beispiel 1: 10 vs. 20 Jahre bei 300.000 €, 2 % Tilgung
Für 125 € mehr Rate pro Monat ist die Restschuld nach der Bindung um rund 110.000 € niedriger – und das volle Zinsänderungsrisiko entfällt für weitere 10 Jahre.
Beispiel 2: 10 vs. 15 Jahre bei 400.000 €, 3 % Tilgung
Höhere Darlehen und höhere Tilgung verschieben den Effekt: 100 € mehr Rate und 5 Jahre längere Bindung senken die Restschuld um rund 99.000 €.
Beispiel 3: 5 vs. 15 Jahre bei 250.000 €, 2 % Tilgung
Eine sehr kurze 5-Jahres-Bindung tilgt kaum (rund 27.000 €) und lässt fast den vollen Betrag ins Zinsänderungsrisiko laufen – riskant, wenn die Zinsen bis dahin steigen.
⚠️ Typische Fehler & Sonderfälle
Fehler 1: Nur auf die Monatsrate schauen
Die kürzeste Bindung hat oft die niedrigste Rate – aber auch die höchste Restschuld. Wer nur die Rate vergleicht, übersieht das Anschlussfinanzierungs-Risiko und kann am Ende deutlich teurer fahren, falls die Zinsen gestiegen sind.
Fehler 2: Restschuld mit Gesamtschuld verwechseln
Die Restschuld ist nicht das, was Sie insgesamt noch zahlen, sondern der zum Bindungsende offene Darlehensbetrag. Auf diesen Betrag rechnet die Bank bei der Anschlussfinanzierung den dann gültigen Zins – nicht auf die ursprüngliche Darlehenssumme.
Fehler 3: Prolongationsrisiko ausblenden
Bei kurzer Bindung müssen Sie eine hohe Restschuld zu einem heute unbekannten Zins weiterfinanzieren. Rechnen Sie zur Sicherheit durch, was passiert, wenn der Anschlusszins 2–3 Prozentpunkte höher liegt – die Rate kann dann spürbar steigen.
Sonderfall: Sonderkündigungsrecht nutzen
Auch eine 15- oder 20-jährige Bindung können Sie nach § 489 BGB zehn Jahre nach Vollauszahlung mit sechs Monaten Frist ohne Vorfälligkeitsentschädigung ablösen. Die lange Bindung ist also nach 10 Jahren keine „Falle“, sondern ein einseitiger Vorteil für Sie.
Sonderfall: Zinsen sind keine feste Empfehlung
Die voreingestellten Sollzinsen sind Beispielwerte mit typischem Aufschlag für längere Bindungen. Ihre echten Konditionen hängen von Marktzins, Beleihung und Bonität ab – holen Sie konkrete Angebote ein und tragen Sie diese im Rechner ein.
❓ Häufig gestellte Fragen zur Sollzinsbindung
10, 15 oder 20 Jahre Zinsbindung – was ist besser?
Pauschal lässt sich das nicht sagen, es ist ein Abwägen: Eine kurze Bindung (10 Jahre) ist meist zinsgünstiger, hinterlässt aber eine hohe Restschuld, die zu einem unbekannten Zins anschlussfinanziert werden muss. Eine lange Bindung (15–20 Jahre) kostet etwas mehr Zins, schützt aber vor Zinssteigerungen und tilgt bis zum Bindungsende deutlich mehr. Wer Sicherheit will oder bei niedrigem Zinsniveau finanziert, wählt eher lang.
Was ist die Sollzinsbindung?
Die Sollzinsbindung (auch Zinsfestschreibung) ist der Zeitraum, für den die Bank Ihnen den vereinbarten Sollzins garantiert. Während dieser Frist bleibt Ihre Rate fix, unabhängig von der Marktzinsentwicklung. Üblich sind 5, 10, 15, 20 oder 30 Jahre. Je länger die Bindung, desto höher in der Regel der Zinssatz.
Warum ist der Zins bei längerer Bindung höher?
Mit einer langen Bindung übernimmt die Bank über viele Jahre das Risiko steigender Refinanzierungskosten und gibt Ihnen Planungssicherheit. Diesen Vorteil lässt sie sich mit einem Zinsaufschlag bezahlen. Deshalb kostet eine 20-jährige Bindung typischerweise einige Zehntel Prozentpunkte mehr als eine 10-jährige – im Rechner können Sie den Aufschlag mit Ihren echten Konditionen abbilden.
Was ist die Restschuld am Ende der Zinsbindung?
Die Restschuld ist der Teil des Darlehens, der nach Ablauf der Zinsbindung noch offen ist. Sie berechnet sich aus Darlehen, Sollzins und Rate über die Bindungsdauer. Bei 200.000 € Darlehen, 4 % Sollzins und 2 % anfänglicher Tilgung beträgt die Rate 1.000 € und nach 10 Jahren Bindung bleiben rund 150.917 € Restschuld – genau dieser Betrag muss dann zu einem neuen, heute unbekannten Zins weiterfinanziert werden.
Was ist das Prolongationsrisiko?
Als Prolongationsrisiko (Anschlussfinanzierungs-Risiko) bezeichnet man die Gefahr, dass die Zinsen bis zum Ende Ihrer Zinsbindung gestiegen sind und Sie die verbleibende Restschuld dann zu einem höheren Zins anschlussfinanzieren müssen. Je kürzer die Bindung und je höher die Restschuld, desto größer dieses Risiko. Eine lange Bindung reduziert es.
Kann ich eine lange Zinsbindung vorzeitig kündigen?
Ja. Nach § 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB dürfen Sie jedes Darlehen mit Sollzinsbindung zehn Jahre nach Vollauszahlung mit einer Frist von sechs Monaten kündigen – ohne Vorfälligkeitsentschädigung. Eine 15- oder 20-jährige Bindung gibt Ihnen daher lange Zinssicherheit, lässt Ihnen nach 10 Jahren aber trotzdem den Ausstieg, falls die Zinsen gefallen sind.
