Tilgungssatz-Vergleich-Rechner 2026
Welche Tilgung ist die richtige für Sie?
Zuletzt aktualisiert am 6. Juni 2026
Grundlage: Annuitätendarlehen-Finanzmathematik. Monatsrate = Darlehen × (Sollzins % + Anfangstilgung %) ÷ 12; Restschuld am Zinsbindungsende über die geschlossene Annuitätenformel R = Darlehen × (1 + i)n − Rate × ((1 + i)n − 1) ÷ i, mit i = Sollzins ÷ 12.
Voreinstellung: 300.000 € Darlehen, 3,5 % Sollzins, 10 Jahre Zinsbindung, Vergleich der Tilgungssätze 1/2/3/4 % – alle Werte frei anpassbar.
Nicht berücksichtigt: Sondertilgungen, Tilgungssatzwechsel, Bereitstellungszinsen sowie der Zinssatz der Anschlussfinanzierung. Der Rechner unterstellt einen über die gesamte Laufzeit konstanten Sollzins. Keine Finanzberatung, Angaben ohne Gewähr.
Open-Source-Projekt
Dieser Rechner ist Open Source. Hilf mit, ihn aktuell und korrekt zu halten.
Vergleich der Tilgungssätze bei 300.000 € · 3,50 % Sollzins
Volltilgung & Gesamtzinsen unter der Annahme, dass der heutige Sollzins über die gesamte Laufzeit gilt.
🧮 So wird gerechnet
Monatsrate = Darlehen × (Sollzins % + Tilgung %) ÷ 12
Bei 1,00 %: 300.000 × (3,50 % + 1,00 %) ÷ 12 = 1.125,00 €
Restschuld = Darlehen × (1 + i)n − Rate × ((1 + i)n − 1) ÷ i, mit i = Sollzins ÷ 12 = 0,29 % pro Monat und n = 120 Monaten.
Je höher die Tilgung, desto höher die Rate – aber desto schneller sinkt die Restschuld und desto weniger Zinsen zahlen Sie insgesamt.
Hinweis: Unverbindliche Orientierung, keine Finanz- oder Anlageberatung. Der Rechner nimmt an, dass der heutige Sollzins über die gesamte Laufzeit konstant bleibt. Tatsächlich endet die Zinsbindung nach 10, 15 oder 20 Jahren und es folgt eine Anschlussfinanzierung zu dann unbekanntem Zins. Volltilgungsdauer und Gesamtzinslast sind daher Modellwerte. Keine Gewähr für Rechenergebnisse – Konditionen variieren je Bank und Bonität.
Welche Tilgung ist die richtige? Tilgungssätze im Vergleich
Die Frage „2 oder 3 Prozent Tilgung?“ ist eine der wichtigsten Entscheidungen bei jeder Baufinanzierung – und sie wird oft unterschätzt. Mit dem Tilgungssatz-Vergleich-Rechner stellen Sie mehrere Anfangstilgungssätze direkt nebeneinander und sehen sofort, wie sich Ihre Wahl auf Monatsrate, Restschuld am Zinsbindungsende, Laufzeit bis zur Volltilgung und Gesamtzinslast auswirkt. Anders als der Tilgungsplan-Rechner, der ein einzelnes Szenario Monat für Monat aufschlüsselt, beantwortet dieser Rechner die vorgelagerte Frage: Welche Tilgung soll ich überhaupt wählen?
Was bedeutet der Tilgungssatz?
Beim Annuitätendarlehen zahlen Sie jeden Monat eine gleichbleibende Rate – die Annuität. Sie setzt sich aus einem Zinsanteil und einem Tilgungsanteil zusammen. Der anfängliche Tilgungssatz gibt an, welcher Prozentsatz der Darlehenssumme im ersten Jahr getilgt wird. Die Anfangsannuität ergibt sich aus Sollzins plus Anfangstilgung: Bei 3,5 % Zins und 2 % Tilgung sind das 5,5 % der Darlehenssumme pro Jahr. Da mit jeder Rate die Restschuld sinkt, fällt der Zinsanteil Monat für Monat – und weil die Rate konstant bleibt, steigt der Tilgungsanteil entsprechend. Die Tilgung beschleunigt sich also von selbst.
Die Formel hinter dem Vergleich
Der Rechner nutzt die klassische Annuitäten-Finanzmathematik:
- Monatsrate = Darlehen × (Sollzins % + Tilgung %) ÷ 12
- Monatszins i = Sollzins p.a. ÷ 12 (als Dezimalzahl)
- Restschuld nach n Monaten = Darlehen × (1 + i)n − Rate × ((1 + i)n − 1) ÷ i
- Monate bis Volltilgung = ln(Rate ÷ (Rate − Darlehen × i)) ÷ ln(1 + i), aufgerundet
- Gesamtzinsen = Summe aller Raten (inkl. gekappter Schlussrate) − Darlehen
Wichtig: Diese Werte gelten unter der Annahme, dass der heutige Sollzins über die gesamte Rückzahlung gilt. Real ist Ihr Zins nur während der vereinbarten Zinsbindung (meist 10, 15 oder 20 Jahre) garantiert. Deshalb gibt der Rechner zusätzlich die Restschuld am Zinsbindungsende aus – das ist der Betrag, den Sie nach Ablauf der Zinsbindung neu finanzieren müssen.
Höhere Tilgung = mehr Rate, aber weniger Zinsen
Eine höhere Anfangstilgung bedeutet eine höhere Monatsrate, aber gleich zwei Vorteile: Sie sind deutlich schneller schuldenfrei und zahlen über die Laufzeit spürbar weniger Zinsen. Faustregel vieler Finanzierungsberater: In einer Niedrigzinsphase mindestens 2 %, bei höheren Zinsen wie 2026 eher 3 % Anfangstilgung, sofern es das Haushaltsbudget erlaubt. Wer die Restschuld am Zinsbindungsende möglichst klein halten will – um das Anschlussfinanzierungsrisiko zu reduzieren – wählt tendenziell höher.
Tilgung und Zinsniveau hängen zusammen
Ein wichtiger Effekt: Bei niedrigem Zins braucht es eine höhere Anfangstilgung, um in vertretbarer Zeit schuldenfrei zu werden, weil ein größerer Teil der Rate von Anfang an in die Tilgung fließt – aber die absolute Tilgung pro Prozentpunkt langsamer wirkt. Bei hohem Zins ist der Zinsanteil zu Beginn so groß, dass eine niedrige Tilgung (1 %) zu einer extrem langen Laufzeit führt. Faustformel: Sollzins plus Tilgung sollten zusammen ungefähr eine Annuität ergeben, die das Darlehen in 30 bis 35 Jahren vollständig zurückführt. Genau das macht der Vergleich oben sichtbar.
⚖️ Tilgungssätze im direkten Vergleich
Beispiel: 300.000 € Darlehen, 3,5 % Sollzins. So wirkt sich der Tilgungssatz auf Rate, Restschuld nach 10 Jahren Zinsbindung und Gesamtkosten aus (konstanter Zins angenommen).
| Tilgung | Rate/Monat | Restschuld n. 10 J. | Volltilgung | Zinsen ges. |
|---|---|---|---|---|
| 1 % | 1.125 € | 264.142 € | 43 J. 1 M. | 280.990 € |
| 2 % | 1.375 € | 228.284 € | 29 J. | 177.593 € |
| 3 % | 1.625 € | 192.426 € | 22 J. 2 M. | 131.406 € |
| 4 % | 1.875 € | 156.567 € | 18 J. | 104.695 € |
Modellwerte unter Annahme konstanter 3,5 % Sollzins über die gesamte Laufzeit. Quellen: haushaltsfinanzen.de, vergleich.de, Interhyp (Stand 2026).
📊 Beispielrechnungen
Drei typische Entscheidungssituationen – jeweils durchgerechnet:
Beispiel 1: 2 % oder 3 % Tilgung bei 300.000 € (3,5 % Zins)
250 € mehr Rate pro Monat sparen über die Laufzeit rund 46.000 € Zinsen und verkürzen die Schuldenfreiheit um fast 7 Jahre.
Beispiel 2: Restschuld nach 10 Jahren Zinsbindung
Wer höher tilgt, muss am Ende der Zinsbindung deutlich weniger neu finanzieren – das senkt das Zinsänderungsrisiko erheblich.
Beispiel 3: 250.000 €, 4,0 % Zins, 15 Jahre Zinsbindung
Bei höherem Zinsniveau wirkt eine zusätzliche Tilgung noch stärker: 3 % statt 2 % senken die Restschuld nach 15 Jahren um über 51.000 €.
⚠️ Typische Fehler & Sonderfälle
Fehler 1: Nur auf die niedrige Rate schauen
Eine Tilgung von 1 % wirkt verlockend, weil die Monatsrate am niedrigsten ist. Doch bei 3,5 % Zins läuft die Rückzahlung dann über 43 Jahre und kostet fast das Doppelte des Darlehens an Zinsen. Die niedrigste Rate ist selten die günstigste Finanzierung.
Fehler 2: Restschuld am Bindungsende ignorieren
Die ausgewiesene Volltilgungsdauer unterstellt einen konstanten Zins. In Wirklichkeit endet die Zinsbindung nach 10, 15 oder 20 Jahren. Entscheidend ist deshalb, wie hoch die Restschuld dann ist – denn sie muss zu einem unbekannten Zins neu finanziert werden.
Fehler 3: Tilgung und Zinsbindung verwechseln
Der Tilgungssatz bestimmt, wie schnell Sie zurückzahlen. Die Zinsbindung bestimmt nur, wie lange Ihr Zins garantiert ist. Beides sind getrennte Größen – eine kurze Zinsbindung macht die Schulden nicht schneller weg, sie erhöht nur das Risiko der Anschlussfinanzierung.
Sonderfall: Sondertilgung statt höherer Anfangstilgung
Wer flexibel bleiben will, wählt eine moderate Anfangstilgung und nutzt vereinbarte Sondertilgungsrechte (meist bis 5 % pro Jahr). Das senkt die Pflichtrate, erlaubt aber bei Bonuszahlungen schnelleres Tilgen. Den Effekt rechnet der Tilgungsplan-Rechner durch.
Sonderfall: Tilgung deckt die Zinsen nicht
Ist die gewählte Rate kleiner als der monatliche Zinsbetrag (Restschuld × i), tilgt sich das Darlehen nicht – die Restschuld würde sogar wachsen. Der Rechner weist diesen Fall ausdrücklich aus. Banken verlangen daher in der Regel mindestens 1 % Anfangstilgung.
❓ Häufig gestellte Fragen zum Tilgungssatz
Wie viel Tilgung ist sinnvoll – 2 oder 3 Prozent?
Eine Faustregel lautet: mindestens 2 % Anfangstilgung, bei höheren Zinsen wie 2026 eher 3 %, sofern es das Budget erlaubt. Bei 300.000 € und 3,5 % Sollzins kostet 2 % Tilgung rund 1.375 € im Monat (Volltilgung nach 29 Jahren), 3 % rund 1.625 € (Volltilgung nach gut 22 Jahren). Die höhere Tilgung spart hier über die Laufzeit rund 46.000 € Zinsen.
Wie wird der Tilgungssatz in die Monatsrate umgerechnet?
Die Anfangsannuität pro Jahr ergibt sich aus Darlehen × (Sollzins % + Tilgung %), geteilt durch 12 ergibt das die konstante Monatsrate. Beispiel: 300.000 € × (3,5 % + 2 %) ÷ 12 = 300.000 × 0,055 ÷ 12 = 1.375 € pro Monat. Die Rate bleibt über die gesamte Laufzeit gleich, nur das Verhältnis von Zins zu Tilgung verschiebt sich.
Was passiert mit der Restschuld nach der Zinsbindung?
Nach Ablauf der Zinsbindung – meist 10, 15 oder 20 Jahre – ist das Darlehen in der Regel noch nicht vollständig getilgt. Die verbleibende Restschuld muss zu dann gültigen Konditionen neu finanziert werden (Anschlussfinanzierung). Bei 300.000 €, 3,5 % Zins und 2 % Tilgung verbleiben nach 10 Jahren rund 228.000 €, bei 4 % Tilgung nur rund 157.000 €. Eine höhere Tilgung senkt also das Zinsänderungsrisiko.
Warum spart eine höhere Tilgung Zinsen?
Zinsen werden immer auf die aktuelle Restschuld berechnet. Wer mehr tilgt, senkt die Restschuld schneller, sodass künftige Zinsen auf einen kleineren Betrag anfallen. Zusätzlich verkürzt sich die Laufzeit. Bei 300.000 € und 3,5 % Zins fallen über die gesamte Laufzeit bei 1 % Tilgung rund 281.000 € Zinsen an, bei 4 % nur rund 105.000 € – also etwa 176.000 € weniger.
Kann ich den Tilgungssatz später ändern?
Viele Banken bieten kostenlose Tilgungssatzwechsel an, meist ein- bis dreimal während der Zinsbindung, oft in einem Korridor von etwa 1 % bis 5 %. Zusätzlich erlauben viele Verträge jährliche Sondertilgungen von bis zu 5 % der Darlehenssumme. Beides sollte beim Vertrag vereinbart werden – nachträglich ist es selten möglich. Der Rechner geht von einem konstanten Tilgungssatz aus.
Ist eine hohe Tilgung immer besser?
Finanziell ja – mehr Tilgung bedeutet weniger Zinsen und schnellere Schuldenfreiheit. Aber die höhere Rate muss dauerhaft sicher tragbar sein, auch bei Einkommensausfall oder unerwarteten Ausgaben. Empfehlenswert ist ein Tilgungssatz, der das Darlehen bis zum Rentenbeginn vollständig zurückführt, ohne den finanziellen Spielraum zu eng zu machen. Ein Notgroschen sollte trotz hoher Tilgung erhalten bleiben.
