WHR-Rechner – Taille-Hüft-Verhältnis berechnen
Waist-Hip-Ratio nach WHO-Schwellenwerten – kostenlos & sofort
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Zuletzt aktualisiert am 13. Juni 2026
Grundlage: WHO Expert Consultation „Waist Circumference and Waist–Hip Ratio" (Genf, 8.–11. Dezember 2008; Bericht 2011, ISBN 9789241501491). WHR = Taillenumfang ÷ Hüftumfang; Schwellenwert für substanziell erhöhtes Risiko: Mann ≥ 0,90, Frau ≥ 0,85.
Berücksichtigt: Geschlecht, Taillenumfang, Hüftumfang; Bewertung nach den beiden WHO-Schwellenwerten.
Nicht berücksichtigt: Alter, ethnische Herkunft (WHO-Cut-offs sind populationsabhängig), Schwangerschaft, Muskelmasse, individuelle Konstitution. Der WHR ist ein Screening-Maß, kein klinischer Diagnose-Score.
Hinweis: Orientierungswert, ersetzt keine ärztliche Diagnose; bei gesundheitlichen Fragen den Arzt konsultieren.
WHR-Rechner: Taille-Hüft-Verhältnis verstehen
Nicht nur wie viel Fett der Körper trägt, sondern vor allem wo es sitzt, entscheidet über das gesundheitliche Risiko. Das Taille-Hüft-Verhältnis (WHR, Waist-Hip-Ratio) misst genau das: Es setzt den Taillenumfang ins Verhältnis zum Hüftumfang und zeigt so, ob das Fett eher am Bauch (Apfeltyp) oder an Hüfte und Gesäß (Birnentyp) verteilt ist. Anders als der BMI, der nur Gewicht und Größe kennt, und anders als der Körperfettanteil, der die Gesamtmenge schätzt, beschreibt der WHR die Fettverteilung – genau das macht ihn zu einem aussagekräftigen Screening-Maß für viszerales Bauchfett.
Die WHR-Formel
Das Taille-Hüft-Verhältnis ist ein einfacher Quotient – ganz ohne Konstanten:
WHR = Taillenumfang (cm) ÷ Hüftumfang (cm) Das Ergebnis ist eine dimensionslose Zahl, üblicherweise mit zwei Nachkommastellen angegeben (z.B. 0,90).
WHO-Schwellenwerte
Die WHO definiert pro Geschlecht genau einen Cut-off für ein „substanziell erhöhtes Risiko metabolischer Komplikationen":
| Geschlecht | Substanziell erhöhtes Risiko ab |
|---|---|
| Mann | WHR ≥ 0,90 |
| Frau | WHR ≥ 0,85 |
Unterhalb des Cut-offs gilt das viszerale (Bauch-)Fett als relativ niedrig, ab dem Cut-off als substanziell erhöht. Ergänzend nennt die WHO auch Schwellen für den reinen Taillenumfang (Europide): erhöhtes Risiko ab 94 cm (Mann) bzw. 80 cm (Frau), deutlich erhöht ab 102 cm (Mann) bzw. 88 cm (Frau).
Rechenbeispiel
Beispiel 1 (Mann): Taille 95 cm, Hüfte 100 cm → WHR = 95 ÷ 100 = 0,95. Da 0,95 ≥ 0,90, liegt der Wert über dem WHO-Schwellenwert für Männer → „Erhöhtes Risiko".
Beispiel 2 (Frau): Taille 72 cm, Hüfte 98 cm → WHR = 72 ÷ 98 = 0,73. Da 0,73 < 0,85, liegt der Wert unter dem WHO-Schwellenwert für Frauen → „Niedriges Risiko".
So messen Sie richtig
- Taille: In der Mitte zwischen unterer Rippenbogenkante und Oberkante des Beckenkamms (alternativ auf Höhe des Bauchnabels), entspannt nach dem Ausatmen
- Hüfte: An der breitesten Stelle des Gesäßes
- Tipp: Maßband waagerecht und straff, aber ohne einzudrücken; morgens nüchtern und immer zur gleichen Zeit messen
Apfeltyp und Birnentyp
- Apfeltyp (hohe WHR): Viel Taille relativ zur Hüfte = androide/abdominale Fettverteilung → metabolisch ungünstiger
- Birnentyp (niedrige WHR): Hüfte/Gesäß betont = gynoide Fettverteilung → metabolisch günstiger
WHR, BMI oder Körperfettanteil?
- WHR: misst die Fettverteilung (Apfel-/Birnentyp), nicht die Gesamtmenge
- BMI: Gewicht ÷ Größe² – sagt nichts über die Fettverteilung aus
- Körperfettanteil: Navy-Formel schätzt den Gesamt-Körperfettanteil
- Idealgewicht: optimales Gewicht nach Körpergröße
Disclaimer: Dieser WHR-Rechner liefert eine Orientierung nach den Screening-Schwellenwerten der WHO (Expert Consultation 2008) und ist ausdrücklich keine Steuer-/Rechtsberatung und keine ärztliche Diagnose. Das Taille-Hüft-Verhältnis ist ein einfaches Screening-Maß; die WHO-Cut-offs (Mann ≥ 0,90, Frau ≥ 0,85) sind populationsabhängig und berücksichtigen weder Alter, ethnische Herkunft, Schwangerschaft noch individuelle Konstitution. Bei gesundheitlichen Fragen oder einem erhöhten Wert wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin. Kein klinischer Akut-Score.
⚠️ Typische Fehler & Sonderfälle
Taille an der falschen Stelle gemessen
Häufig wird die Taille an der schmalsten Stelle oder mit eingezogenem Bauch gemessen. Richtig ist die Mitte zwischen unterer Rippe und Beckenkamm (oder auf Nabelhöhe), entspannt nach dem normalen Ausatmen. Schon wenige Zentimeter Abweichung verschieben den WHR und können über die WHO-Schwelle entscheiden.
WHR mit BMI verwechselt
Der WHR und der BMI messen Unterschiedliches: Der BMI bewertet das Gewicht im Verhältnis zur Größe, der WHR die Fettverteilung. Eine normalgewichtige Person kann einen erhöhten WHR haben („normalgewichtig, aber bauchbetont") – und umgekehrt. Beide Werte ergänzen sich, ersetzen sich aber nicht.
Cut-offs als absolute Wahrheit gelesen
Die WHO-Schwellenwerte (Mann ≥ 0,90, Frau ≥ 0,85) sind populationsabhängig und wurden überwiegend an europiden Bevölkerungen abgeleitet. Für andere ethnische Gruppen, in der Schwangerschaft oder bei sehr muskulösen bzw. sehr großen/kleinen Menschen sind sie nur eingeschränkt aussagekräftig.
WHR als Diagnose missverstanden
Ein erhöhter WHR ist ein Hinweis, keine Diagnose. Er ersetzt keine ärztliche Untersuchung und keinen klinischen Score. Bei einem erhöhten Wert oder gesundheitlichen Fragen ist das Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin der richtige nächste Schritt.
❓ Häufig gestellte Fragen
Wie berechnet man das Taille-Hüft-Verhältnis (WHR)?
Das Taille-Hüft-Verhältnis (WHR) berechnet man, indem man den Taillenumfang durch den Hüftumfang teilt: WHR = Taille ÷ Hüfte. Beispiel: Taille 95 cm, Hüfte 100 cm ergibt einen WHR von 0,95. Das Ergebnis ist eine dimensionslose Zahl mit meist zwei Nachkommastellen.
Welcher WHR-Wert ist gesund?
Nach der WHO gilt ein substanziell erhöhtes Risiko für metabolische Komplikationen ab einem WHR von 0,90 bei Männern und 0,85 bei Frauen. Unterhalb dieser Schwellenwerte ist das viszerale Bauchfett relativ niedrig. Die Cut-offs sind populationsabhängig und berücksichtigen weder Alter noch ethnische Herkunft.
Was ist der Unterschied zwischen WHR und BMI?
Der BMI setzt das Gewicht ins Verhältnis zur Körpergröße und sagt nichts über die Fettverteilung aus. Der WHR misst dagegen, wo das Fett sitzt – am Bauch (Apfeltyp) oder an Hüfte und Gesäß (Birnentyp). Eine normalgewichtige Person kann trotzdem einen erhöhten WHR haben. Beide Werte ergänzen sich.
Was bedeuten Apfeltyp und Birnentyp?
Ein hoher WHR (viel Taille relativ zur Hüfte) entspricht dem Apfeltyp mit androider, abdominaler Fettverteilung – metabolisch ungünstiger und mit höherem Risiko für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein niedriger WHR (Hüfte und Gesäß betont) entspricht dem Birnentyp mit gynoider Fettverteilung, die als metabolisch günstiger gilt.
Wie messe ich Taille und Hüfte richtig?
Die Taille misst man in der Mitte zwischen der unteren Rippenbogenkante und der Oberkante des Beckenkamms (alternativ auf Höhe des Bauchnabels), entspannt nach dem normalen Ausatmen. Die Hüfte misst man an der breitesten Stelle des Gesäßes. Das Maßband waagerecht und straff, aber ohne einzudrücken halten; idealerweise morgens nüchtern und immer zur gleichen Zeit messen.
Ist der WHR eine ärztliche Diagnose?
Nein. Der WHR ist ein einfaches Screening-Maß und kein klinischer Diagnose-Score. Er liefert eine Orientierung, ersetzt aber keine ärztliche Untersuchung. Bei einem erhöhten Wert oder gesundheitlichen Fragen sollten Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin konsultieren.