Margen- & Aufschlag-Rechner
Marge, Handelsspanne & Aufschlag in der Handelskalkulation
Zuletzt aktualisiert am 5. Juni 2026
Grundlage: Standardformeln der Handelskalkulation (Handelsspanne & Kalkulationszuschlag) nach betriebswirtschaftlicher Kostenrechnung
Berücksichtigt: Gewinn (VK − EK), Marge/Handelsspanne (vom VK), Aufschlag/Kalkulationszuschlag (auf den EK), optionaler Brutto-Verkaufspreis mit 7 % oder 19 % MwSt
Nicht berücksichtigt: Bezugskosten (Fracht, Zoll), Lager- und Vertriebskosten, Skonti, Rabatte und Gemeinkosten – der Rechner liefert die reine Spanne zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis, keine Vollkostenkalkulation
Ihre Marge
Marge / Handelsspanne
40,0 %
vom Verkaufspreis
Aufschlag / Zuschlag
66,7 %
auf den Einkaufspreis
📐 Aufschlag oder Marge? Der Unterschied
Beide Kennzahlen beschreiben denselben Gewinn – aber mit unterschiedlichem Bezugswert. Die Verwechslung ist der häufigste Kalkulationsfehler.
Aufschlag (Kalkulationszuschlag)
Gewinn ÷ Einkaufspreis × 100. Frage: „Wie viel schlage ich auf den EK drauf, um zum VK zu kommen?“
Marge (Handelsspanne)
Gewinn ÷ Verkaufspreis × 100. Frage: „Wie viel Prozent vom VK bleibt als Rohertrag übrig?“
ℹ️ So funktioniert die Berechnung
- ✓Gewinn = Verkaufspreis − Einkaufspreis (Rohertrag pro Stück)
- ✓Marge = Gewinn ÷ VK × 100 (in Prozent vom Verkaufspreis)
- ✓Aufschlag = Gewinn ÷ EK × 100 (in Prozent vom Einkaufspreis)
- ✓Gerechnet wird mit Nettopreisen – die MwSt ist nur ein Durchlaufposten
Marge, Handelsspanne & Aufschlag: die Handelskalkulation verstehen
Wer im Handel Preise kalkuliert, jongliert mit drei Kennzahlen: Gewinn, Marge (Handelsspanne) und Aufschlag (Kalkulationszuschlag). Sie beschreiben denselben Rohertrag pro Stück – aber mit unterschiedlichem Bezugswert. Der Margen- & Aufschlag-Rechner zeigt Ihnen alle drei Werte gleichzeitig und rechnet auf Wunsch aus einer Ziel-Marge den passenden Verkaufspreis zurück.
Die drei Grundformeln
- Gewinn (Rohertrag): VK − EK
- Marge / Handelsspanne: (VK − EK) ÷ VK × 100 (in % vom Verkaufspreis)
- Aufschlag / Kalkulationszuschlag: (VK − EK) ÷ EK × 100 (in % vom Einkaufspreis)
Gerechnet wird grundsätzlich mit Nettopreisen. Die Umsatzsteuer ist für Sie als Unternehmer ein Durchlaufposten – Sie führen sie ans Finanzamt ab und ziehen die Vorsteuer beim Einkauf wieder ab. Für die Marge spielt sie deshalb keine Rolle. Den Bruttopreis brauchen Sie nur für die Preisauszeichnung gegenüber Endkunden. Wie hoch die Umsatzsteuer im Detail ausfällt, zeigt der Mehrwertsteuer-Rechner.
Aufschlag vs. Marge – die häufigste Verwechslung
Der entscheidende Unterschied liegt im Nenner: Der Aufschlag betrachtet den Sachverhalt „von unten“ und fragt, wie viel Prozent auf den Einkaufspreis aufgeschlagen werden. Die Marge betrachtet ihn „von oben“ und fragt, wie viel Prozent vom Verkaufspreis als Rohertrag übrig bleibt. Weil der Verkaufspreis immer größer als der Einkaufspreis ist, fällt die Marge bei gleichem Gewinn stets kleiner aus als der Aufschlag.
Ein klassischer Fehler: Ein Aufschlag von 50 % klingt nach einer fetten Spanne – tatsächlich bleiben aber nur 33,3 % Marge. Wer beides verwechselt, kalkuliert seine Preise systematisch zu niedrig. Die Umrechnung lautet: Marge = Aufschlag ÷ (100 + Aufschlag) × 100.
Vom Wunsch-Gewinn zum Verkaufspreis
Häufig steht der Einkaufspreis fest und Sie wollen eine bestimmte Marge erzielen. Dann rechnen Sie rückwärts: VK = EK ÷ (1 − Marge/100). Bei 60 € Einkauf und Ziel-Marge 40 % ergibt das einen Netto-Verkaufspreis von 100 €. Der Rechner-Modus „Aus EK & Wunsch-Marge“ macht genau diese Umrechnung automatisch. Wie sich der Gewinn am Jahresende auswirkt, lässt sich grob über den Gewerbesteuer-Rechner und den Einkommensteuer-Rechner einordnen.
Spanne ist nicht gleich Gewinn
Die Handelsspanne ist der Rohertrag – sie muss noch sämtliche Gemeinkosten decken: Personal, Miete, Logistik, Marketing, Retouren. Ein Discounter mit 15 % Marge kann durch hohen Umsatz profitabler sein als ein Fachgeschäft mit 50 % Marge bei geringem Absatz. Die Spanne sagt also nichts über die tatsächliche Rentabilität aus, solange Sie die laufenden Kosten nicht gegenrechnen.
📊 Beispielrechnungen
So unterscheiden sich Marge und Aufschlag bei denselben Preisen (alle Werte netto):
Beispiel 1: Einzelhandel – Textil
Beispiel 2: Großhandel – kleine Spanne
⚠️ Typische Fehler & Sonderfälle
Fehler 1: Aufschlag und Marge verwechseln
Ein Aufschlag von 50 % ist nicht dasselbe wie 50 % Marge. 50 % Aufschlag ergeben nur 33,3 % Marge. Wer den Aufschlag mit der Marge gleichsetzt, kalkuliert seine Preise zu niedrig und verschenkt Rohertrag.
Fehler 2: Mit Bruttopreisen rechnen
Marge und Aufschlag werden immer netto gerechnet. Wer den Brutto-VK durch den Netto-EK teilt, bekommt eine zu hohe Scheinmarge. Die MwSt gehört dem Finanzamt, nicht in Ihre Kalkulation.
Fehler 3: Spanne mit Gewinn gleichsetzen
Die Handelsspanne ist der Rohertrag, nicht der Reingewinn. Personal, Miete, Logistik und Marketing müssen noch davon bezahlt werden. Erst nach Abzug aller Gemeinkosten bleibt der tatsächliche Gewinn.
Sonderfall: Bezugskosten
Fracht, Zoll und Verpackung gehören eigentlich zum Einstandspreis, nicht zum reinen Einkaufspreis. Wer diese Bezugskosten ignoriert, überschätzt seine Marge. Rechnen Sie für eine saubere Kalkulation den EK inklusive aller Bezugskosten ein.
Sonderfall: Rabatte und Skonto
Gewährte Rabatte und Skonti senken den effektiven Verkaufspreis – und damit die Marge. Kalkulieren Sie diese Nachlässe von Anfang an ein, statt mit dem Listenpreis zu rechnen.
🎯 Was bedeutet das Ergebnis für Sie?
Marge und Aufschlag sind die Stellschrauben Ihrer Preisgestaltung. So nutzen Sie die Werte:
✅ Preise sauber kalkulieren
Legen Sie zuerst Ihre Ziel-Marge fest und rechnen Sie den Verkaufspreis daraus zurück. So stellen Sie sicher, dass jeder Verkauf genug Rohertrag liefert, um Ihre Gemeinkosten zu decken.
📋 Sortimente vergleichen
Berechnen Sie die Marge je Produktgruppe. Artikel mit niedriger Marge brauchen hohen Absatz, Artikel mit hoher Marge dürfen langsamer drehen. So steuern Sie Ihr Sortiment gezielt.
💰 Verhandlungsspielraum kennen
Wenn Sie wissen, ab welchem Preis Sie in den Verlust rutschen, können Sie im Verkaufsgespräch souverän verhandeln – und wissen genau, wie weit Sie mit Rabatten gehen dürfen.
❓ Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Marge und Aufschlag?
Beide beschreiben denselben Gewinn, nutzen aber einen anderen Bezugswert. Der Aufschlag (Kalkulationszuschlag) wird in Prozent vom Einkaufspreis berechnet: Gewinn ÷ EK × 100. Die Marge (Handelsspanne) wird in Prozent vom Verkaufspreis berechnet: Gewinn ÷ VK × 100. Weil der VK größer als der EK ist, ist die Marge bei gleichem Gewinn immer kleiner als der Aufschlag.
Wie berechne ich die Marge?
Die Marge (Handelsspanne) berechnen Sie mit der Formel (Verkaufspreis − Einkaufspreis) ÷ Verkaufspreis × 100. Beispiel: EK 60 €, VK 100 € → (100 − 60) ÷ 100 × 100 = 40 % Marge. Verwenden Sie dafür immer Nettopreise.
Wie rechne ich Aufschlag in Marge um?
Mit der Formel Marge = Aufschlag ÷ (100 + Aufschlag) × 100. Ein Aufschlag von 50 % ergibt also 50 ÷ 150 × 100 = 33,3 % Marge. 100 % Aufschlag entsprechen 50 % Marge.
Rechne ich mit Netto- oder Bruttopreisen?
Marge und Aufschlag werden immer mit Nettopreisen berechnet. Die Umsatzsteuer ist für Unternehmen ein Durchlaufposten und verfälscht die Kalkulation. Den Brutto-Verkaufspreis brauchen Sie nur für die Preisauszeichnung gegenüber Endkunden – im Rechner können Sie ihn optional mit 7 % oder 19 % MwSt anzeigen lassen.
Wie berechne ich den Verkaufspreis aus einer Wunsch-Marge?
Mit der Formel VK = EK ÷ (1 − Marge/100). Bei 60 € Einkaufspreis und einer gewünschten Marge von 40 % ergibt das 60 ÷ 0,6 = 100 € Netto-Verkaufspreis. Der Rechner-Modus „Aus EK & Wunsch-Marge“ übernimmt diese Umrechnung automatisch.
Ist die Marge mein Gewinn?
Nein. Die Handelsspanne ist der Rohertrag pro Stück, nicht der Reingewinn. Davon müssen noch alle Gemeinkosten bezahlt werden – Personal, Miete, Logistik, Marketing und Retouren. Erst nach Abzug dieser Kosten bleibt der tatsächliche Unternehmensgewinn übrig.